Archiv der Kategorie: Umweltpolitik

Audio: Freiheit, Markt und Umwelt

Gelesen von Daniel Fallenstein, Redakteur des IUF.
zur Textfassung…

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Libertärer Stimulus

Jeffrey A. Mirons (Harvard University) erste Regel: Richte keinen Schaden an! Dem folgen weitere Empfehlungen:

  • Weg mit den Steuern auf Kapitalerträge! Unternehmen können nicht besteuert werden, es trifft immer Menschen. Mehr Transparenz, weniger Kosten der Steueradministration und keine Verzerrungen durch Privilegien für einzelne Unternehmen.
  • Einkommenssteuersätze runter, Umweltsteuern rauf! Arbeit entlasten, Umweltverschmutzung belasten Weg mit den teuren und nutzlose Ökosubventionen.
  • Verschwenderische Staatsausgaben wie sektorale Subventionen abschaffen! Das vermeidet Wettbewerbsverzerrungen, Ressourcenverschwendung und eine weitere Staatsverschuldung.
  • Raus aus Irak und Afghanistan! Da Obama dem Irak den Rücken kehren will, gibt es auch keinen Grund in Afghanistan zu bleiben.
  • Die Macht der Gewerkschaften nicht unterstützen! Nicht marktgerechte Löhne verhindern die Anpassungsfähigkeit des Arbeitsmarktes an die Veränderungen der Wirtschaftsstruktur und verstärken die Krise.
  • Das Bekenntnis zum Freihandel stärken, statt einen Rückfall in den Merkantilismus zu riskieren! Das letzte was die globale Wirtschaft jetzt braucht ist eine Neuauflage längst vergessener Handelsschranken.
  • Schluss mit den Rettungsaktionen für Firmen die mit den Risiken des Marktes zu sorglos umgegangen sind! Kein Manager lernt aus seinen Fehlern, wenn man ihm die finanzielle Verantwortung dafür abnimmt.

Weniger ist mehr, so sieht libertäres Krisenmanagement aus. Konzentration auf Maßnahmen deren Wirksamkeit belegt ist statt teure Experimente, deren Nutzen bestenfalls für diejenigen erwiesen ist, die am lautesten danach schreien.

Neues Klima, neue Krankheiten…und alte Hüte

Immer wieder wird die Ausbreitung tropischer Krankheiten in den gemäßigten Zonen der Erde auf den Klimawandel zurückgeführt.  Erst in den letzten Tagen gingen wieder Nachrichten über die Rückkehr des Chikungunyana-Fiebers in Norditalien durch die Presse:

Im Sommer 2007 erkrankten den Angaben zufolge in Norditalien rund 200 Menschen am Chikungunya-Fieber, einer Krankheit, die zuvor nur bei Reisenden aus den Tropen nachgewiesen wurde. „Auch das West-Nil-Fieber hat mit Hilfe von Zugvögeln aus Afrika seinen Weg zu uns nach Europa gefunden“, erklärte der Göttinger Mikrobiologe Uwe Groß. Es sei nur „eine Frage der Zeit, bis in Deutschland die ersten Fälle dieser Erkrankung nachgewiesen werden“. Der Überträger des Chikungunya-Fiebers und auch des Dengue-Fiebers sei die Tigermücke. Eier dieser Mücke sind im Jahr 2007 auch erstmals in Deutschland nachgewiesen worden. 

Doch was ist Wahrheit und was ist Fiktion hinter diesen Geschichten. Der Spezialist für tropenkrankheiten Paul Reiter hatte erst kürzlich in der vom IUF mit herausgegebenen Veröffentlichung „Civil Socienty Report on Climate Change“ zur Rückkehr tropischer Krankheiten nach Europa stellung genommen. Auch der in der Pressemitteilung angesprochene Fall wurde hierbei diskutiert:

As already mentioned, modern transportation has enabled Ae. albopictus [Anm. d. A.: die besagte Tigermücke] to extend its range worldwide. It is already established in Belgium and Holland, and there is no reason to suppose it will not move northwards in Europe, perhaps into Scandinavia. Nor is there reason to believe that outbreaks of chikungunya could not occur at these latitudes, for the conditions suitable for transmission are the same as those for malaria.

Indeed, a small outbreak occurred in the autumn of 2007 in northern Italy, in the delta region of the river Po. The area was once notoriously malarious, but the disease disappeared when the marshes were drained at the beginning of the 20th Century. The outbreak, which began in two small villages, was traced to a traveler from India. The Ae. albopictus infestation had been traced to used tyres imported from Atlanta, Georgia, and the infestation in the United States traced to shipments of used tyres from Japan.

Thus, human activities had altered the local ecology and eliminated malaria. They also provided a new environment (human settlement) suitable for the establishment of an exotic species of mosquito that had been carried across the Pacific Ocean and subsequently the Atlantic Ocean by modern transportation. This was followed by an exotic virus that arrived in a passenger who was infected on yet another continent and was transported by a new and effective vector, the jet aircraft.

The significance of this series of events was lost in a declaration by the World Health Organization that “although it is not possible to say whether the outbreak was caused by climate change…conditions in Italy are now suitable for the Tiger mosquito” and in a short article by one of the most prolific climate change activists (Epstein 2007).

Mit modernen Transporttechnologien, Tourismus und Veränderungen der Ökosysteme lassen die Entwicklungsphänomene übertragbarer Krankheiten ausreichend erklären, ohne hierfür den Klimawandel bemühen zu müssen. Doch damit lässt sich die Agenda von der Unverzichtbarkeit drastischer Klimaschutzmaßnahmen nicht untermauern. Dann doch lieber die halbe Wahrheit unter die Leute bringen.

Außer Spesen nichts gewesen

Deutsche Klimaschutzpolitik wird als stets als weltweit beispielhaft gepriesen, wobei häufig im zweiten Atemzug der schwarze Peter der USA zugeschoben bekommt. Doch was hat die teure Klimaschutzpolitik unserer Wirtschaft an Klimaschutzdynamik im Vergleich zu den Amerikanern  gebracht? Genau genommen nichts: Zwar liegt die Kohlendioxidintensität der deutschen Wirtschaft unterhalb des Wertes für die USA, doch haben wir bei der Abnahme der Emissionen trotz der vollmundigen Versprechungen der Umweltpolitik den USA nichts voraus. Weniger hat dort mehr gebracht. Ein schöner Beleg dafür, dass immer mehr und immer teurere Klimaschutzmaßnahmen nicht der Weisheit letzter Schluss sind, dass eine rationale Klimapolitik dort ansetzen sollte, wo die Früchte noch niedrig hängen. Klimapolitischer Nationalismus oder auch Eurozentrismus ist dagegen keine Lösung.

Verlogener Symbolismus

„Jetzt ist der Moment, an dem wir gemeinsam diesen Planeten retten müssen.“

Mit derlei markigen Sprüchen versuchte der zukünftige US-Prasident Obama schon vor der Wahl die Massenpsychose des Klimawandels für seine Zwecke auszunutzen. Da nach der Wahl ja bekanntlich vor der Wahl ist, geht es mit dem sachlich nicht legitimierbarem Symbolismus munter weiter. Doch Björn Lomborg wird nicht müde, dem designierten Präsidenten sein  absurdes klimapolitisches Spiegelbild vorzuhalten:

Durch die Umsetzung des Kyoto-Protokolls zu jährlichen Kosten von 180 Milliarden Dollar würde man überdies erst am Ende dieses Jahrhunderts zwei Millionen Menschen vor dem Hunger retten.  Mit nur 10 Milliarden Dollar, so eine Schätzung der  Vereinten Nationen, könnten wir aber bereits heute 229 Millionen hungernden Menschen helfen. Jedes Mal, wenn wir Geld für Klimaschutzmaßnahmen ausgeben, retten wir in hundert Jahren eine Person vor dem Hungertod. Mit der gleichen Summe könnten wir 5.000 Menschen jetzt retten. Das sollte wohl eine der obersten Prioritäten Obamas sein.

Obama sagte auch, warum er Klimaschutzmaßnahmen zu seiner Priorität erheben will: „Die wissenschaftlichen Ergebnisse sind unbestritten und die Fakten eindeutig. Der Meeresspiegel steigt. Küstenabschnitte schrumpfen. Wir haben Rekord-Dürreperioden, Hungersnöte und Wirbelstürme, die mit  jeder Hurrikan-Saison heftiger werden.”

Ja, die globale Erwärmung gibt es und die Menschheit ist teilweise dafür verantwortlich, aber derartige Äußerungen sind – wenn auch noch so eloquent vorgebracht – schlichtweg falsch oder irreführend.

Aus weniger wird mehr

Irgendwie geht die Rechnung der Energieeffizienzfanatiker vom sinkenden Energieverbrauch der Haushalte nicht richtig auf. Wie auch, schließlich bedeuten energieeffizientere Haushaltsgeräte sinkende Kosten für deren Dienstleistungen. Und sinken die Kosten, steigt die Nachfrage, vor allem dann, wenn man zur Effizienzsteigerung auch noch mit Subventionen nachhilft.

Kaputtgerettet

„Ein Arzt fand eine Heilmethode, für die es keine Krankheit gab. Er zog sich die Heilmethode zu und starb daran.“

David D. Friedman, in „Der ökonomische Code“

Ein passendes Zitat zu einer kürzlich von Carl Christian Weizäcker am Libertären Institut in Zürich gehaltenen Präsentation zum Thema Klimapolitik:

In der öffentlichen Debatte um den Klimawandel triumphiert die Emotionalisierung allzu oft über den ökonomischen Sachverstand. Zu diesem ernüchternden Ergebnis kam Prof. Dr. Carl Christian von Weizsäcker vom Bonner Max Planck Institut zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern in seinem Vortrag am Liberalen Institut anlässlich der Freiheitsfeier 2008. Rationale ökonomische Kalkulationen und Analysen spielen nur selten eine massgebliche Rolle.

Weizsäcker wies auf die grossen Unsicherheiten in den der Klimapolitik zugrunde liegenden Zukunftsprognosen hin. Technologische Innovationen erschweren die Abschätzung künftiger Klimafolgen. Selbst wenn die etablierten Schätzungen aber akzeptiert würden, blieben die aktuellen politischen Massnahmen jedoch fragwürdig — insbesondere jene im Rahmen des Kyoto-Protokolls.

Der britische Stern-Report errechnete etwa mögliche Folgekosten des Klimawandels und empfahl daraufhin einen Preis je emittierter Tonne CO2 von 35 Euro. Der Versuch, den Ausstoss von CO2 durch die Subventionierung regenerativer Energien zu reduzieren, erhöht die tatsächlichen Vermeidungskosten jedoch auf bis zu 700 Euro. Der heutige politische Kampf gegen den Klimawandel richtet damit einen grösseren Schaden an, als der Klimawandel selbst.