Archiv der Kategorie: Unternehmerische Freiheit

(Keynesians) keep digging: we may find oil, eventually…

Michele Boldrin, Wirtschaftsprofessor an der Washington University in St. Louis (USA), macht keinen Hehl daraus, dass er nicht viel von der vorherrschenden Rhetorik wirtschaftsstimulierender Konjunkturprogramme keynesianischer Art hält:

Supporters of the plans are a minority among academic economists outside the administration: both plans contradict four decades of research and are designed to please special interest groups. But then, monetary policy and banking regulation have also shared these defects for the last two decades, so I am not surprised to see the bailout approved and hailed as the solution to our problems.

Er setzt auf Steuersenkungen,…

Tax cuts targeted on lower income workers will enable them to „save“ by paying off credit card debt and meeting mortgage terms. That will help relieve stress in the financial sector and housing markets. The one thing that ’stimulus supporters‘ do not understand is that a massive labor-reallocation process is taking place in the economy and that it is the consumption (demand for consumption) of those losing their jobs and searching for a new one that needs to be sustained („smoothed-out“). You do not sustain the consumption demand (or the credit card’s bill payments) of recently fired Circuit City employees by spending hundreds of millions of dollars in making rural Nebraska wireless! You sustain the consumption demand of those Circuit City former workers by giving them a tax break on their previous salary and on the new one, plus effective unemployment benefits in the meanwhile. So, if supporting demand is really what one needs (not obvious) the pseudo green projects are good for nothing. Cuts in tax rates of the working people are.

… hält dagegen von fiskalpolitischer Nachfragestimulierung herzlich wenig:

Question, where will they come from? They must come from someone’s savings, right? Whose savings? The Chinese’s? China is contracting as rapidly as the USA, or more: I doubt we will see a surge in their purchases of US T-bills. So, from where? From where will it come? It must come from the private sector in the USA and the EU countries, right? Good, so it amounts to crowding out saving that would, otherwise, have flown to investments in the private sector, or to consumption. It is a matter of budget constraints, nothing else. So we are changing the composition of aggregate demand, scarcely its level. Obviously, we may claim we KNOW that the new composition is better, more productive, more growth inducing than the one that would have realized without the expenditure portion of the stimulus. Do we have any proof that this is the case? Not that I know. Anything we know suggests the opposite. Hence, even assuming that the additional public expenditure generates demand for productive capacity that would otherwise remain unused or idle, it does so by reducing demand for other productive capacity that will become idle. Where, in this process, the „multiplier“ appears, beats me.

Veranstaltung: Property Rights in the World

Die Property Rights Alliance, der das IUF angehört, stellt den neuen „International Property Rights Index“ vor.

Die Finanzkrise hat in ungeahntem Maße wirtschaftspolitische Tabus gebrochen. Schwerwiegende Eingriffe in die Eigentumsordnung, ja sogar Enteignungen, stehen auf der Tagesordnung. Aber ist das der richtige Weg? Der neue International Property Rights Index zeigt, dass gerade die Sicherheit des Eigentumsrechts eine unerlässliche Voraussetzung für Wohlstand und Wachstum ist. Weiterlesen

Impressionen vom 2. Libertären Jour Fixe

Auch der 2. Libertäre Jour fixe war wieder gut besucht. Dr. Michael von Prollius, Mitbegründer des Forum Ordnungspolitik, hielt ein Impulsreferat unter dem Titel „New New Deal“, in dem er ausdrücklich vor einer Wiederholung der verheerenden wirtschaftspolitischen Maßnahmen des New Deal warnte.

Der Libertäre Jour Fixe Berlin ist eine  gemeinsame Veranstaltung der Libertären Plattform, des Instituts für Unternehmerische Freiheit sowie fdog.org und findet das nächste Mal am 18. März statt. Weiterführende Informationen finden Sie auf den Webseiten der Libertären Plattform.

Audio: Freiheit, Markt und Umwelt

Gelesen von Daniel Fallenstein, Redakteur des IUF.
zur Textfassung…

Kleines Lesebuch über die Verfassung der Freiheit

Eine Verfassung der Freiheit wird von der herrschenden Klasse in Deutschland wie in Europa nicht angestrebt. Vielmehr arbeiten organisierte Interessen auf das Gegenteil hin – eine umfassende Regelung des Daseins der Bürger in fast allen Lebensbereichen.

Dr. Michael von Prollius stellt das von ihm zusammengestellte und kommentierte „Kleines Lesebuch über die Verfassung der Freiheit“ vor, in dem herausragende Liberale, wie Solon v. Athen, Humboldt, Kant, Hayek und de Jasay u.v.m. sich mit dieser Thematik auseinander setzen. Die Bemühungen um eine Verfassung der Freiheit reichen bis in die klassische Antike zurück; sie sind ein integraler Bestandteil der Geschichte Europas. Die Beschäftigung mit den Ideen dieser großen Denker ist ein Bildungserlebnis und besitzt große aktuelle Bedeutung.

Die Veranstaltung findet am 12. Februar ab 18:30 Uhr in den Räumen des Instituts für Unternehmerische Freiheit, Stubenrauchstraße 10, 12161 Berlin statt.

Zur Anmeldung und zum Programm der Veranstaltung gelangen sie hier.

Wie man es nicht machen sollte

Bill Stacey und Julian Morris präsentieren in „How Not to Solve a Crisis“ ihre Sichtweise über die Ursachen der Finanzkrise und die Fehler des staatlichen „Krisenmanagements“.

Aus gutem Holz

Anlässlich des 50. Jubiläums der ersten Ausgabe von „I, Pencil“, Leonard E. Reads kleiner Geschichte über die Entstehung eines Bleistifts, in der er einfach und verständlich die Fähigkeit scheinbar planlos zusammen arbeitender Marktakteure zur Produktion komplexer Produkte beschreibt, ohne das eine zentrale lenkende Instanz notwendig ist, hat die amerikanische Foundation of Economic Education diese kleine Geschichte neu veröffentlicht. Viel besser kann man die Logik des Marktes kaum illustrieren, weshalb diese kleine Geschichte auch nach einem halben Jahrhundert eine Lektüre wert.

Nützliche Analogie

Für einen Vortrag zum Thema Chancengerechtigkeit und Liberalismus in der Theodor-Heuss-Akademie in Gummersbach habe ich in den letzten Tagen mal wieder in Steven E. Landsburgs Klassiker „Fair Play“ geblättert. Das Buch ist und bleibt eine Goldgrube für ökonomische Logik und die erschreckende Fülle der Doppelmoral im privaten und politischen Alltag:

The battle against  progressive taxation will never be won by timorous politicians who argue-no matter how correctly-that high marginal tax rates retard economic growth and limit opportunities for the poor and the middle class. It will be won, if at all, as the long-run battle against slavery was won-by men and women with the insight and the courage to declare in public that progressive taxation is wrong. If people can learn to feel squeamish about stealing from a liquor store, they can learn to feel squeamisch about taxing „the rich“.

Dem gibt es nichts hinzuzufügen.

Bitte keine Panik!

Meint Warren Meyer:

Hier findet man sechs weitere Teile der Präsentation.

Ist Neoliberalismus doch nicht Neoliberalismus?

Die Süddeutsche Zeitung benutzt den Begriff des „Neoliberalismus“ im Regelfall so wie die meisten anderen Medien und Politiker: als abwertende Bezeichnung, die nichts mit seiner Herkunft zu tun hat, die Raubtier- oder Turbokapitalismus meint. Der „doktrinäre Neoliberalismus in der Wirtschaftspolitik und die neokonservativen Doktrinen in der Außenpolitik sind durch die Finanzkrise und den Krieg im Irak diskreditiert worden“, hieß es dort jüngst, vom „Neoliberalismus mit seinem Privatisierungswahn“ war die Rede, Heribert Prantl brandmarkte die FDP „als die Partei, die den Neoliberalismus zur politischen Glaubenslehre gemacht hat. Die FDP ist die Partei, die vor elf Jahren ihr Wiesbadener Programm als turbokapitalistisches Manifest geschrieben hat.“ Prantl fragt in einem anderen Kommentar die Groß-Manager: „Haben sie endlich eingesehen, dass der Neoliberalismus etwas ganz Entscheidendes verdrängt hatte: dass auch der Liberalismus von Voraussetzungen lebt, die er selbst nicht schaffen kann?“

Um so erstaunlicher ist es, dass nun ausgerechnet dort, in der Süddeutschen, Marc Beise Gelegenheit erhält, zu erklären, was Neoliberalismus wirklich ist, nämlich etwas ganz anderes, und wo er herkommt. Passend der Titel: „Das große Missverständnis“. Allerdings: Dass „Neoliberalismus“ künftig „nachhaltig“ richtig gebraucht wird, darf von den Gegnern des inflationär gebrauchten Begriffes „Nachhaltigkeit“, die sehr oft (echte) Neoliberale sind, bezweifelt werden. Beise jedenfalls gibt Nachhilfeunterricht in Sachen Neoliberalismus und verortet diese Denkrichtung, ganz klar und so überraschend, bei den Guten: „Wenn also heute eine Spätjugendliche wie die 28-jährige Vorsitzende der Jungsozialisten, Franziska Drohsel, mal eben so dahin behauptet: ‚Der Neoliberalismus ist am Ende’, wäre das tatsächlich eine erschreckende Erkenntnis, und zwar genau anders herum als gemeint“, schreibt Beise.

Und Beise erklärt auch, woher die schlechte Anhaftung am Neoliberalismus stammt: „Das Missverständnis erklärt sich daher, dass Ende der neunziger Jahre die Globalisierungsgegner den Begriff entdeckt haben und ihn zu einem Schimpfwort für alle machten, die am ehesten dem Markt die Lösung der wirtschaftlichen Probleme zutrauen. Ohnehin ist auffällig, dass das Präfix ‚Neo’ häufig zur Abqualifizierung dient. Was mit Neo beginnt, endet gerne negativ: Neokonservative. Neonazis. Neoplasma.“

Bleibt die Frage, ob Prantl seine eigene Zeitung liest und wie er reagiert: Hantiert er weiter derart fahrlässig mit dem Begriff des Neoliberalismus, kann dies eigentlich nur einen Grund haben: Er benutzt das Wort – wie die Globalisierungsgegner – als Schimpfwort, des wahren Gehalts entleert. Ausdruck genau jener verantwortungslosen Berufsauffassung, die er den Groß-Managern vorwirft.

Ivo Podgrorny