Archiv der Kategorie: Steffen Hentrich

Audio: Freiheit, Markt und Umwelt

Gelesen von Daniel Fallenstein, Redakteur des IUF.
zur Textfassung…

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Ein Klima der Umverteilung

Aus dem aktuellen polnischen Nationalen Allokationsplan für den europäischen Emissionshandel:

While fulfilling the obligations of the Kyoto Protocol, Poland tends to use its high reduction surpluses to lure capital to Poland. One of the elements which makes Poland an attractive country to invest is the possibility to provide new installations with the emission allowance allocation.

Zwar ist der Emissionshandel aufgrund des geringen Geltungsbereichs ein nahezu unwirksames Instrument die weltweiten Klimagasemissionen spürbar zu reduzieren, doch für einige Länder liegt sein Charme schlichtweg darin, den monetären Wert der am Markt gehandelten Emissionsrechte als Ersatzwährung für ihre Industriepolitik zu verwenden. Bezahlt wird der Spaß von den europäischen Energieverbrauchern, denen der Emissionshandel eine Erhöhung der Stromrechnung beschert. So funktioniert Umverteilung unter dem Deckmantel der Klimapolitik.

Nichts ist unmöglich…

…man muss es nur richtig machen. Wenn Frau Gruß von der FDP meint,

„Ohne eine staatliche Förderung und Gleichstellung der privatgewerblichen Kinderbetreuung ist ein flächendeckendes, qualitativ hochwertiges Angebot jedoch nicht möglich. Das Argument, nur öffentliche Träger seien in der Lage eine gute Betreuung anzubieten, gehört endgültig widerlegt.“,

dann dann hat sie zwar prinzipiell recht, zäumt aber das Pferd der Kinderbetreuung gewissermaßen von hinten auf. Wie wäre es damit von einer Objektförderung in der Kinderbetreuung konsequent auf eine Subjektförderung der Eltern mit nachfolgender Wahlfreiheit zwischen Betreuungsstätten öffentlicher und privater Träger über zu gehen? Damit wäre der von ihr angemahnten Gleichstellung aller Träger genüge getan und ein fairer Wettbewerb der Kindertagesstätten um die Kinder eröffnet. Kein Politiker müsste sich dann Gedanken machen, wer denn nun einer öffentlichen Förderung besonders bedarf. Kindertagesstätten würden mit ihrer Betreuungsqualität um die Kinder buhlen, statt Zeit und Personal dafür zu verschwenden öffentliche Fördertöpfe anzuzapfen. So einfach kann Kinderförderung und Armutsbekämpfung sein.

Warum Energiesparen auch teuer ist?

Weil einige europäische Unternehmer nach wie vor damit durchkommen, sich mit Hilfe der Europäischen Union eine Extrawurst in Sachen internationaler Wettbewerb braten zu lassen. So hat der größte europäische Hersteller von Energiesparlampen es über die Jahre geschafft, sich mittels eines EU-Strafzolls unliebsame Konkurrenz aus Fernost vom Hals zu schaffen. Erst jetzt, nachdem dieser volkswirtschaftliche Unsinn bei steigenden Energiepreisen auch dem letzten Politiker, Konkurrenten und Umweltaktivisten absurd erscheint, sind die Tage dieser Handelsbarriere gezählt.

Doch statt dieses Resultat als Triumph des freien Handels zu würdigen lauern bereits die Wehklagen über einzelwirtschaftliche Folgen zwischen den Zeilen der Berichterstattung. Schon wird geunkt, wie viele Arbeitsplätze diesmal der Globalisierung zum Opfer fallen. Kein Kommentator kam in den vergangenen Jahren auf die Idee sich über die Nachteile des Strafzolls für weniger betuchte asiatische Arbeiter und deren  vertane Chancen aufzuregen. Zumal die von  Arbeitern aus Fernost produzierten Energiesparlampen gegen andere in Europa produzierte Güter eingetauscht worden wären, die man will es kaum glauben, von europäischen Arbeitern produziert worden wären. Auch wurden wenige Worte darüber verloren, dass europäische Konsumenten mit billigeren Energiesparlampen nicht nur Strom, sondern auch einen Teil des überteuerten Verkaufspreises gespart hätten, der dann in Form anderer Konsum- oder Investitionsgüter auch in Europa Arbeitsplätze und Einkommen geschaffen hätte. Diejenigen, die möglicherweise in den kommenden Monaten aufgrund der Reaktion europäischer Lampenhersteller auf die neue Wettbewerbssituation ihren Job verlieren, hätten ohne den Strafzoll der EU schon lange einen neuen, besseren, weil produktiveren Arbeitsplatz gefunden. Zu schade nur, dass Politiker und oft auch Journalisten nicht nur mit Scheuklappen zur Welt kommen, sondern es sich auch immer noch leisten können mit ihnen durch die Welt zu stapfen.

Lesetipp: Frederic Bastiat: Die Petition der Kerzenmacher; Russell Roberts: The Choice: A Fable of Free Trade and Protectionism

Aus dem linken Verfassungspoesiealbum

Petra Pau, Mitglied im Vorstand der Fraktion Die Linke, offenbart mit ihrer Interpretation des Grundgesetzes wie weit sich ihre Partei inzwischen von der Realität entfernt hat. In einem Kommentar zu den Bedenken des Ifo-Präsidenten Hans-Werner-Sinn gegen eine allzu rasche Angleichung der Löhne in Ost und West ,angesichts der nach wie vor ausgeprägten Produktivitätsunterschiede, äußert sie:

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit ist kein flotter Spruch aus dem Poesie-Album, wie Hans-Werner Sinn glauben lässt, sondern ein Gebot aus dem Grundgesetz.

Man wird lange suchen müssen ein derartiges Gebot im Grundgesetz zu finden.  Es existiert nicht, denn im Gegensatz zu den Linken waren die Väter des Grundgesetzes noch Realisten. Auch Hans-Werner Sinn liegen aufgrund seiner langjährigen empirischen Forschungserfahrung genügend Indizien vor, dass ein Versuch die Marktkräfte durch eine Lohngleichmacherei ungeachtet der jeweiligen Produktivitätsniveaus außer Kraft zu setzen zum Scheitern verurteilt ist und letztlich zu einer Verschlechterung der Situation derjenigen führt, die dem Anspruchslohn der Linken nicht gerecht werden. Die Linke versucht dagegen offenbar den Artikel 3 des Grundgesetzes, der ein auf Geschlecht, Rasse und Herkunft bezogenes Benachteiligungsverbot umschreibt, extrem weit auszulegen, indem sie eine willkürlich gewählte Lohnhöhe einseitig zum Grundrecht erhebt. Dass bei dieser Logik aber auch die Arbeitgeber ihrersGrundrechtes auf Zahlung eines einer Gegenleistung entsprechenden Lohnes beraubt wären, kommt der linken „Verfassungsexpertin“ nicht in den Sinn.

Letztlich unterstreicht diese Debatte ein fundamentales Problem. Eingriffe in die Lohnbildung durch politische Einflußnahme nach der Rasenmähermethode werden den individuellen Bedingungen der einzelnen Arbeitnehmer in unterschiedlichen Unternehmen nicht gerecht. Lohnforderungen, die über der tatsächlichen Produktivität der Arbeitnehmer liegen, werden zwangsläufig zu einer Benachteiligung von Arbeitnehmern führen, die aufgrund ihres Ausbildungsniveaus, der Kapitalausstattung ihres Unternehmens oder anderer erschwerter Marktbedingungen im Wettbewerb nicht mithalten können. Da hilft es wenig, wenn Politphantasien die Konsequenzen von Markt und Wettbewerb mit dem grundgesetz wegdefinieren wollen. Erst dann würde das Grundgesetz zum Poesiealbum verkommen.

IUF-Podcast

In Zukunft veröffentlicht das IUF in Zusammenarbeit mit den Freunden der offenen Gesellschaft ausgewählte Beiträge auch als Podcast. Heute spricht Daniel Fallenstein „Mit Kanonen auf Spatzen schießen?“

Besser arbeiten dank „Sweatshops“

Viele chinesische Arbeiter ziehen es aufgrund der vergleichsweise guten Arbeitsbedingungen vor in sog. „Sweatshops“ zu arbeiten, wie dieses Beispiel eines Zulieferers der Firma adidas unterstreicht. Dass es sich hierbei nicht um eine rühmliche Ausnahme, sondern um einen allgemeinen Trend handelt, belegt Benjamin Powell in seinem Econlib-Kommentar „In Defense of ‚Sweatshops'“.