Monatsarchiv: Dezember 2008

Verlogener Symbolismus

„Jetzt ist der Moment, an dem wir gemeinsam diesen Planeten retten müssen.“

Mit derlei markigen Sprüchen versuchte der zukünftige US-Prasident Obama schon vor der Wahl die Massenpsychose des Klimawandels für seine Zwecke auszunutzen. Da nach der Wahl ja bekanntlich vor der Wahl ist, geht es mit dem sachlich nicht legitimierbarem Symbolismus munter weiter. Doch Björn Lomborg wird nicht müde, dem designierten Präsidenten sein  absurdes klimapolitisches Spiegelbild vorzuhalten:

Durch die Umsetzung des Kyoto-Protokolls zu jährlichen Kosten von 180 Milliarden Dollar würde man überdies erst am Ende dieses Jahrhunderts zwei Millionen Menschen vor dem Hunger retten.  Mit nur 10 Milliarden Dollar, so eine Schätzung der  Vereinten Nationen, könnten wir aber bereits heute 229 Millionen hungernden Menschen helfen. Jedes Mal, wenn wir Geld für Klimaschutzmaßnahmen ausgeben, retten wir in hundert Jahren eine Person vor dem Hungertod. Mit der gleichen Summe könnten wir 5.000 Menschen jetzt retten. Das sollte wohl eine der obersten Prioritäten Obamas sein.

Obama sagte auch, warum er Klimaschutzmaßnahmen zu seiner Priorität erheben will: „Die wissenschaftlichen Ergebnisse sind unbestritten und die Fakten eindeutig. Der Meeresspiegel steigt. Küstenabschnitte schrumpfen. Wir haben Rekord-Dürreperioden, Hungersnöte und Wirbelstürme, die mit  jeder Hurrikan-Saison heftiger werden.”

Ja, die globale Erwärmung gibt es und die Menschheit ist teilweise dafür verantwortlich, aber derartige Äußerungen sind – wenn auch noch so eloquent vorgebracht – schlichtweg falsch oder irreführend.

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Aus weniger wird mehr

Irgendwie geht die Rechnung der Energieeffizienzfanatiker vom sinkenden Energieverbrauch der Haushalte nicht richtig auf. Wie auch, schließlich bedeuten energieeffizientere Haushaltsgeräte sinkende Kosten für deren Dienstleistungen. Und sinken die Kosten, steigt die Nachfrage, vor allem dann, wenn man zur Effizienzsteigerung auch noch mit Subventionen nachhilft.

Wie man es nicht machen sollte

Bill Stacey und Julian Morris präsentieren in „How Not to Solve a Crisis“ ihre Sichtweise über die Ursachen der Finanzkrise und die Fehler des staatlichen „Krisenmanagements“.

Aus gutem Holz

Anlässlich des 50. Jubiläums der ersten Ausgabe von „I, Pencil“, Leonard E. Reads kleiner Geschichte über die Entstehung eines Bleistifts, in der er einfach und verständlich die Fähigkeit scheinbar planlos zusammen arbeitender Marktakteure zur Produktion komplexer Produkte beschreibt, ohne das eine zentrale lenkende Instanz notwendig ist, hat die amerikanische Foundation of Economic Education diese kleine Geschichte neu veröffentlicht. Viel besser kann man die Logik des Marktes kaum illustrieren, weshalb diese kleine Geschichte auch nach einem halben Jahrhundert eine Lektüre wert.

Freie Weihnachten

Für Kurzentschlossene: Heute Abend ab 19 Uhr findet die Weihnachtsfeier des Instituts für unternehmerische Freiheit statt. Einziger Nachteil, es gibt kein Freibier.

Kaputtgerettet

„Ein Arzt fand eine Heilmethode, für die es keine Krankheit gab. Er zog sich die Heilmethode zu und starb daran.“

David D. Friedman, in „Der ökonomische Code“

Ein passendes Zitat zu einer kürzlich von Carl Christian Weizäcker am Libertären Institut in Zürich gehaltenen Präsentation zum Thema Klimapolitik:

In der öffentlichen Debatte um den Klimawandel triumphiert die Emotionalisierung allzu oft über den ökonomischen Sachverstand. Zu diesem ernüchternden Ergebnis kam Prof. Dr. Carl Christian von Weizsäcker vom Bonner Max Planck Institut zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern in seinem Vortrag am Liberalen Institut anlässlich der Freiheitsfeier 2008. Rationale ökonomische Kalkulationen und Analysen spielen nur selten eine massgebliche Rolle.

Weizsäcker wies auf die grossen Unsicherheiten in den der Klimapolitik zugrunde liegenden Zukunftsprognosen hin. Technologische Innovationen erschweren die Abschätzung künftiger Klimafolgen. Selbst wenn die etablierten Schätzungen aber akzeptiert würden, blieben die aktuellen politischen Massnahmen jedoch fragwürdig — insbesondere jene im Rahmen des Kyoto-Protokolls.

Der britische Stern-Report errechnete etwa mögliche Folgekosten des Klimawandels und empfahl daraufhin einen Preis je emittierter Tonne CO2 von 35 Euro. Der Versuch, den Ausstoss von CO2 durch die Subventionierung regenerativer Energien zu reduzieren, erhöht die tatsächlichen Vermeidungskosten jedoch auf bis zu 700 Euro. Der heutige politische Kampf gegen den Klimawandel richtet damit einen grösseren Schaden an, als der Klimawandel selbst.

Ein schwarzer Tag für die Patienten

Der EuGH hält das deutsche Apothekengesetz für zulässig und hat damit dem Wettbewerb im Einzelhandel für Pharmazeutika einen Riegel vorgeschoben. Auch in Zukunft wird es wohl in Deutschland keine Apothekenketten geben, die mit günstigen Preisen und gutem Kundenservice in Konkurrenz zu den klassischen Apotheken hätten treten können. Ein weiteres mal zeigt die EU, dass ihr die Interessen der Unternehmen wichtiger als die Souveränität der Konsumenten ist. Allein die Tatsache, dass man bereits heute völlig ohne Beratungsleistung Medikamente im Internet bestellen kann, widerlegt das Argument, Apothekenketten könnten die Sicherheit der Versorgung der Patienten gefährden. Das sich die SPD-Gesundheitsministerin Ulla Schmidt hier auf die Seite des verknöcherten Systems deutscher Apotheken stellt, belegt einmal mehr, dass das sozialdemokratische Bekenntnis für die Interessen der „kleinen Leute“ nicht das Papier wert ist, auf dem es geschrieben steht.