Ein marktüblicher Preis?

Im Zusammenhang mit der Berichterstaattung zum Bankenrettungspaket der Bundesregierung taucht immer wieder die Behauptung auf, für die Bankenbürgschaften würde der Finanzmarktstabilisierungsfond eine „marktübliche Vergütung“ erhalten. Derlei Aussagen sollen wohl über die Tatsache hinwegtäuschen, dass es sich hierbei um eine saftige Subventionierung der vergangenen Fehler privater Banken handelt. Doch wie kann eine Bankbürgschaft, die erst durch staatliche Interventionen und nicht durch die Risikoteilung innerhalb des privaten Sektors erfolgt, zu einem marktüblichen Preis angeboten werden. Immerhin kennzeichnet der Marktpreis das Transaktionsniveau, bei dem Angebot und Nachfrage eine identische Höhe aufweisen, also beide Marktseiten aus reinem Gewinnmotiv zufrieden mit dem Tauschgeschäft sind. Wie kann aber eine Bankbürgschaft, die nicht von Finanzmarktinstitutionen freiwillig geben wird, sondern sich aus Zwangsabgaben der Bürger speist, zu einem Preis angeboten werden, der sich ohne staatliche Intervention von selbst ergeben hätte. Mit anderen Worten, wäre die staatliche Intervention überhaupt nicht notwendig gewesen, weil die Banken sich gegenseitig aus der Patsche geholfen hätten. Dies ist ja offensichtlich nicht der Fall, weshalb wir es auch nicht mit einer „marktüblichen Vergütung“, sondern mit einem dicken Bären zu tun haben, den uns hier jemand aufbinden möchte.

Lesetipp: Gary S. Becker im Wall Street Journal über die kurz- und langfristigen Wirkungen der Finanzkrise und der damit verbundenen staatlichen Interventionen.

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