Papa wirds schon richten

Woran erkennt man autoritäre Wirtschaftspolitik? An dem Glauben, dass allein Investitionen des Staates in der Lage sind Wachstum und Produktivitätsgewinne zu generieren. Nur wenn der Vater entscheidet, was mit dem Einkommen der Familie angestellt wird, kann etwas Vernünftiges dabei herauskommen. Ob nun Mama statt der Garage lieber einen Wintergarten gebaut hätte oder das Töchterchen das Bildungsgeld statt in die von Papa empfohlenen gesammelten Werke von Karl Marx lieber in ein Notebook nebst Internetanschluss investieren würde, ist egal. Was Papa sagt ist richtig und allein selig machend.

Den Eindruck bekommt man zumindest, wenn man sich die jüngsten wirtschaftspolitischen Vorstellungen der Linkspartei anschaut. Dort werden zwar Steuersenkungen nicht völlig abgelehnt, doch einen stimulierenden Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung mag man diesem fiskalischen Rückzug des Staates nicht zugestehen. Steht doch die finanzielle Entlastung der Bürger sogleich unter Generalverdacht in die falschen Taschen zu gelangen und zwar derjenigen, die ihr Einkommen nicht vom Staat, sondern gegen eine privat erwirtschaftete Leistung beziehen. Das kann ja für den Konsum nicht gut sein. Dagegen glaubt man in Kreisen linker Wirtschaftsexperten, dass allein öffentliche Investitionen und staatlich geförderte Arbeit die hiesige Wirtschaft voran bringen.

Nur mag man sich fragen, was die entlasteten Bürger mit dem höheren Einkommen anders als der Staat anfangen. Sie erhöhen ihren Konsum oder die Ersparnis oder gar beides. Und sicher werden sie auch in die Lage versetzt mehr Geld in ihre Bildung und den Erhalt ihrer Gesundheit zu investieren. Ansonsten wird mehr konsumiert oder das gesparte Geld in Form von Investitionen verwendet. Der Staat macht das selbe, mit dem kleinen Unterschied, nicht die individuellen Pläne der privaten Haushalte, sondern die Vorstellungen von Politikern, Bürokraten und Lobbyisten zu verwirklichen. Eine Erklärung, warum private Einkommensverwendung die Wirtschaft weniger voran bringen sollte als das öffentliche Verbraten des Volkseinkommens, bleibt man uns schuldig. Auch sehen linke Wirtschaftspolitiker in planwirtschaftlicher Investitionspolitik keinen Widerspruch zur selbst propagierten „Politik des kleinen Mannes“. Es ist eben eine autoritäre Wirtschaftspolitik, die ihren Wählern nicht viel mehr Verantwortungs- und Entscheidungskompetenz zubilligt, als das Kreuzchen bei der „richtigen Partei“ zu machen.

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