Sieh an…

…auch die Frankfurter Rundschau hat manchmal etwas Gespür für ökonomische Realitäten. Statt wie sonst jedem populistischen Fähnchen von linkslastigen Politikern die Stange zu halten gibt es heute einen erfrischend kritischen Kommentar zum Klagegeschrei von SPD und Energieverbraucherverband gegen die Erdgas-Öl-Preisbindung, Ergebnis brancheninterner Vereinbarungen nach denen die Erdgaspreise verzögert an die Erdölpreisentwicklung angepasst werden. Neben der Absicherung gegen Preisschwankungen und Lieferengpässe mögen diese Preisbindungen auch der Kollusion der Marktakteure dienen, doch ist eine ähnliche Entwicklung beider Preise allein wegen der hohen Substitutionalität im Gebrauch und Komplementarität in der Förderung beider Energieträger gegeben.

Statt aber Rahmenbedingungen zu schaffen, die der Gasmarktöffnung, der Entstehung von Spotmärkten und dem Derivatehandel für Sicherungsgeschäfte dienen, was die Attraktivität derartiger Verträge deutlich reduziert, wird gleich das Kind mit dem Bade ausgeschüttet und die ökonomische Realität zu einer Verschwörung der bösen Energieversorger hochstilisiert. Mit diesem „Kampf gegen Windmühlen“, der Don Quijote einst zu einer tragikomischen Romanfigur machte, setzen Politiker sich nur deshalb nicht dem Spott der Öffentlichkeit aus, weil auch diese die Windmühlen für Riesen hält.

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