Aus dem richtigen Blickwinkel

Fair-Trade-Protagonisten und Globalisierungsskeptiker sind sich einig: Viele Importe aus Entwicklungs- und Schwellenländern sind eine Form der Ausbeutung, weshalb der Erwerb entsprechender Produkte mit Argwohn betrachtet wird. Ein Vergleich mit den Löhnen für ähnliche Güter aus den Industrieländern wird dabei als Beleg herangezogen.

Doch die Alternative zu Arbeiten mit der Entlohnung der „Sweatshops“ ist in den betroffenen Ländern in der Regel noch bitterer. So hat Benjamin Powell, Assistant Professor of Economics an der Suffolk University und Senior Economist am Beacon Hill Institute, in einem internationalen Lohnvergleich ermittelt, dass Arbeiter in den Sweatshops in der Regel deutlich über dem Landesdurchschnitt liegende Einkommen erzielen und sich folglich in einer relativ komfortablen Situation gegenüber dem Rest ihrer Landsleute befinden.

Die Löhne in der Dritten Welt sind gering, weil einerseits die Produktivität der Arbeitskräfte gering ist andererseits das Angebot an geringqualifizierten Arbeitskräften mangels Beschäftigungsalternativen aufgrund fehlenden Kapitals oder anderer wirtschaftlicher Beschränkungen hoch ist. Statt also gegen den Kauf von Güter aus sogenannten Billiglohnländern zu protestieren wäre es sinnvoller bei den Regierungen dieser und der eigenen Länder ein Wort für die Schaffung von besseren Ausbildungsbedingungen und mehr Alternativen der wirtschaftlichen Betätigung einzulegen.

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