Tipps für eine sichere Rente

Der „demografische Weihnachtsbaum“ aus Bismarcks Zeiten, mit vielen Jungen Menschen und wenigen Alten als Garant für eine solide Finanzierung der Renten, gehört inzwischen der Vergangenheit an. Immer weniger junge Leute werden in Zukunft für die Renten einer älter werdenden Bevölkerung zur Kasse gebeten, ein Prozess, der sich auch durch die jüngsten vorsichtigen Reformen der Bundesregierung in Form einer Verlängerung der Lebensarbeitszeit und Kompromisslösungen wie dem Nachhaltigkeitsfaktor nicht aus der Welt schaffen lässt.

Das diese Situation dennoch nicht hoffnungslos ist, hat José Piñera als Arbeitsminister zu Beginn der 80iger Jahre in Chile, das sich seinerzeit mit dem selben Problem konfrontiert sah, mit der Reform der Rentenversicherung und der damit verbundenen Schaffung persönlicher Rentenguthaben (Personal Savings Accounts, PSA) gezeigt. Ohne das staatliche Rentensystem mit seiner sozialen Sicherungsfunktion vollständig aufzugeben schaffte es Piñera durch eine Umstellung des alten Systems vom Umlageverfahren auf ein kapitalgedecktes Sparsystem eine solide Finanzierung der Rente zu realisieren. Statt Sozialabgaben wie eine Abgabe in das Umlagesystem einzuzahlen sollte ab sofort jeder Arbeitnehmer einen Teil seines Lohnes in eine professionell gemanagte Anlage aus einer breiten Palette von Wertpapieren anlegen. Das Wertpapiermanagement übernahmen private Unternehmen, die dank des Wahlrechts der Einleger in intensivem Wettbewerb um die lukrativste Anlage und den besten Service stehen. Dem Staat bleibt es vorbehalten, den Handlungsrahmen der privaten Rentenversicherer abzustecken und ein Sicherheitsnetz für den Fall des Totalverlusts der Einlage zu gewährleisten. Allein die Sparleistung des Einzelnen und nicht die Vorgabe des Renteneintrittsalters oder eines Nachhaltigkeitsfaktors entscheidet darüber, was vom Altenteil für den Einzelnen übrig bleibt und wie lange ohne Risiko für die Altersvorsorge zu arbeiten ist. Derzeit umfasst das chilenische Rentensystem 97% aller Angestellten, deren Rentenvermögen sich auf 70% des jährlichen Bruttoinlandsprodukts (BIP) beläuft. Nicht nur die Absicherung des Lebensabends konnte so dem Dilemma eines Umlagesystems entzogen werden. Auch die für das wirtschaftliche Wachstum essentielle Sparquote der Bevölkerung hat sich in Chile im Zuge der Rentenreform auf fast ein Viertel des BIP verdoppelt.

Wer mehr über diese Reformen, ihre Chancen und Risiken erfahren möchte hat am Donnerstag Abend bei der IUF-Veranstaltung „Competition Matters – Erfolgsfaktoren einer Wirtschaft“ Gelegenheit José Piñera persönlich zu erleben und mit ihm zu diskutieren. Natürlich ergibt sich auch die Gelegenheit mit einigen Teilnehmern der Folgeveranstaltung am Freitag Vormittag bei einem Glas Wein ins Gespräch zu kommen und die Menschen hinter dem IUF kennen zulernen.

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