Der Kanarienvogel in der Kohlegrube

Wäre es nicht schön, wenn wir in der Lage wären unsere Klimaschutzmaßnahmen an der tatsächlichen Brisanz des Problems auszurichten? Wir würden Fehlinvestitionen sparen und gleichzeitig gefährliche Versäumnisse in der Klimapolitik vermeiden. Der kanadische Ökonom Ross McKitrick hat jetzt eine internationale Klimaschutzsteuer vorgeschlagen, die genau diese wünschenswerten Eigenschaften hat. Seine T3-Steuer benutzt die Temperaturen der tropischen Troposphäre als Warnindikator, den Teil der Atmosphäre der in einem bis fünfzehn Kilometer über der Erdoberfläche zwanzig Grad nördlich bis südlich des Äquators liegt. Alle IPCC-Klimamodelle sagen voraus, dass dieser Bereich der Atmosphäre sich schneller erwärmt als andere Bereiche, sodass die besorgniserregende Temperaturwerte die Rolle des „Kanarienvogels in der Kohlegrube“ annehmen könnten.

Seiner Ansicht nach käme ein Steuersatz in Frage, der dem zwanzigfachen des gleitenden Dreijahresdurchschnitts der von RSS und UAH geschätzten Temperaturabweichungen vom langjährigen Durchschnitt der Messwerte entspricht. Bemessungsgrundlage der Steuer wären alle nationalen Kohlendioxidemissionen (Kohlenstoffäquivalente). Es gäbe keine Emissionsobergrenze, da diese aus der Perspektive einer rationellen Kosten-Nutzen-Betrachtung weder genau bestimmbar noch wegen der mit ihr verbundenen eratischen Wirkung auf die Endenergiepreise nicht zu rechtfertigen sei. Der Steuersatz sollte gegebenenfalls niedrig beginnen und im Zeitablauf steigen.1)

Doch welche Auskunft gibt uns die derzeitige Entwicklung des „Kanarienvogel“ Temperatur der tropischen Troposphäre für die Wahl des hypothetischen Steuersatzes. Die Messwerte zeigen, dass über dem gesamten Beobachtungszeitraum kein statistisch signifikanter Trend existiert, es also keinerlei Grund für die Einführung einer T3-Steuer mit einem hohen Steuersatz gibt.

1) Die Logik hinter dem steigenden Steuersatz ist, dass nach dem offiziellen Stand der Klimaforschung eine noch tragbare Temperaturerhöhungen und damit verbundene Klimaschäden möglich sind, also auf das noch verbleibende „Emissionsbudget“ die Hotelling-Regel der optimalen intertemporalen Nutzung einer erschöpflichen Ressource anzuwenden ist. Die bis zur „Wunschtemperatur“ in der Troposphäre verbleibenden Emissionsmöglichkeiten sollen der Gesellschaft den maximalen Nutzen stiften. Daher muss berücksichtigt werden, das jede heute emittierte Tonne CO2 morgen nicht mehr emittiert werden kann. Damit also heutige Emittenten die Opportunitätskosten einer zukünftig nicht mehr emittierbaren Tonne CO2 in ihrem Kalkül berücksichtigen, muss die Steuer dem Gegenwartswert dieser Kosten entsprechen. Das ist in jedem Jahr der Fall, wenn die Steuer mit dem Zinssatz steigt. Das ganze klingt etwas theoretisch, bedeutet aber nichts anderes, als das es sinnvoll ist die Belastung durch Klimaschutzinstrumente ausgehend von einem fixierten Startwert möglichst langsam ansteigen zu lassen.

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