Ein brauchbares Klimaschutzsignal

Übliche klimapolitische Handlungsempfehlungen greifen sich ein mehr oder weniger begründetes Treibhausgas-Reduktionsziel aus dem Arsenal von Klimafolgeabschätzungen heraus und versuchen die Politik langfristig auf dieses Ziel festzulegen, ohne dass es einer Kontrolle der tatsächlichen Notwendigkeit der Zielerreichung bedarf. Doch fehlen uns tatsächlich die Anhaltspunkte für die Abschätzbarkeit der Notwendigkeit drastischer Klimaschutzmaßnahmen?

Der kanadische Ökonom Ross McKitrick weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die globalen Pro-Kopf-Kohlendioxidemissionen seit den 70iger Jahren des vergangenen Jahrhunderts trotz des enormen wirtschaftlichen Wachstums bei durchschnittlich 1,14 Tonnen stagnieren. Auch wenn in den letzten Jahren eine Erhöhung der Emissionen festzustellen ist, lässt sich langfristig kein Aufwärtstrend ermitteln. Dennoch rechnen 27 der 40 IPCC-Simulationen mit globalen Pro-Kopf-Emissionen von mehr als 1,2 Tonnen pro Kopf, einige sogar mit mehr als 1,9 Tonnen. Angesichts des fehlenden Aufwärtstrends eine kaum begründbar pessimistische Zukunftssicht.

Verbleiben die Emissionen für die nächsten Dekaden auf dem heutigen Niveau von 1,1-1,2 Tonnen pro Kopf entspräche das einer Temperaturentwicklung der moderatesten IPCC-Szenarien. Bei einem maximalen globalen Bevölkerungsniveau von neun Milliarden bis zur Mitte dieses Jahrhunderts bedeutet eine durchschnittliche Pro-Kopf-Emission von 1,2 Tonnen eine Gesamtemission von 11 Gigatonnen. Die IPCC-Projektionen gehen jedoch allesamt von Emissionen zwischen 12 und 40 Gigatonnen für das Jahr 2050 aus. Um tatsächlich in diesen Bereich zu gelangen, müsste die Erdbevölkerung also mindestens mehr als 1,3 Tonnen pro Kopf emittieren und auf diesem Niveau verharren. Mit anderen Worten, die heute erwartete demographische Entwicklung verhindert bei stagnierenden Pro-Kopf-Emissionen das Eintreten der besorgniserregenden IPCC-Scenarien.

Warum sollte man also diese Marke der durchschnittliche Pro-Kopf-Emissionen von 1,3 Tonnen nicht als Auslöser für klimapolitische Maßnahmen verwenden? Steigen die Emissionen über diesen Wert und verharren dort für die nächsten fünf Jahre kann es bei Vertrauen auf die mittleren IPCC-Projektionen zu Problemen kommen, so dass es Zeit für internationale Maßnahmen wird. Ist dem nicht so, dann nimmt die globale Erwärmung auch nach Aussagen des IPCC keine besorgniserregenden Ausmaße an und das an Klimaschutzmaßnahmen gesparte Geld lässt sich sinnvoller für Anpassungsmaßnahmen oder die Bekämpfung anderer Zivilisationsprobleme verwenden.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s