UnFair Trade?

Nachdem bereits die Studien „Is Fair Trade Production in Coffee Fair and Useful? Evidence from Costa Rica and Guatemal and Implications for Policy“ und „Fair Trade Coffee enthusiast should confront reality“ das Dilemma von „fair“ gehandelten Produkten zwischen Qualitätsmängeln und Versuchen von Wettbewerbsbeschränkungen behandelten, relativiert jetzt auch die Studie Unfair Trade von Marc Sidwell die Vorteile des vermeintlich „fairen“ Handels:

Unfair Trade argues that for all its good intentions, Fairtrade is not fair. Firstly, by guaranteeing certified farmers a minimum price for their goods, it can distort local markets leaving other farmers even worse off. Secondly, only about 10 percent of the premium paid by consumers actually makes it to the producer, which makes it an inefficient way of helping the poor. Most importantly, Fairtrade does little to aid economic development, focusing instead on sustaining farmers in their current state. Although helpful to some in the short term, this holds back mechanization, diversification, and moves up the value chain. And by requiring farmers to form co-operatives, Fairtrade rules reduce opportunities for labourers to get full-time, permanent jobs and can foster corruption. The report also details the range of alternatives available to ethical consumers, which may be better options than Fairtrade.

Viele Verbraucher wissen nicht, dass die höheren Abnahmepreise für die Produzentenorganisationen gelten und nicht zwangsläufig mit höheren Einnahmen der einzelnen Kaffeebauern gleichzusetzen sind. Der erzwungene Verzicht auf Zwischenhändler führt unter Umständen sogar zu höheren Kosten seitens der Bauern. In einigen Fällen verdienen bei Fair Trade Unternehmen unter Vertrag stehende Bauern weniger als den landesüblichen Mindestlohn.

Die Garantiepreise verursachen ein Überangebot an zertifiziertem Kaffee und damit einen harten Wettbewerb um die Fair Trade Kontrakte. Marginale Bauern haben häufig keine Chance zum Zuge zu kommen, da inzwischen sehr hohe Qualitätsstandards einzuhalten sind, hohe Kosten für die Qualitätszertifizierung anfallen und beachtliche Vertragsgebühren gezahlt werden müssen. Die hohen Markteintrittsbarrieren nutzen daher vor allem den Produzentenorganisationen, die bereits mit Verträgen ausgestattet sind. Newcomer haben es zunehmend schwerer eine Zertifizierung zur erhalten und können ihren Kaffee trotz gleicher Qualität oft nur unzertifiziert zu niedrigeren Preisen absetzen. Kaffee „von der Stange“ muß daher nicht schlechter als der teurere TransFair-Kaffee vom Regal nebenan sein. Allerdings besteht für viele zertifizierte Bauern auch der Anreiz, Kaffee mit besonders hoher Qualität am offenen Markt abzusetzen und Ernten niedriger Qualität über die Garantiepreiskontrakte zu vermarkten.

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