Macht Geld doch glücklich?

Nicht zwangsläufig, doch es scheint dabei zu helfen. Der herrschenden Lehrmeinung der Glücksforschung, dass ab einem bestimmten Basiswohlstand weiteres Einkommen kein zusätzliches Glück hinzufügt und relatives Einkommen gegenüber anderen über die Zufriedenheit entscheidet, setzen jetzt die beiden amerikanischen Ökonomen Betsy Stevenson und Justin Wolfers einen Kontrapunkt entgegen. Sie glauben dieses sogenannte Easterlin-Paradoxon, benannt nach dem Urheber dieser im Jahr 1974 erstmals veröffentlichten These Richard Easterlin, aufgelöst zu haben.

Die Analyse der wesentlich verbesserten Datenbasis der vergangenen drei Jahrzehnte legt nahe, dass innerhalb der betrachteten Länder absolutes Einkommen eine stärkere Wirkung auf das Wohlbefinden hat als der relative Verdienst. So geben 90% der amerikanischen Haushalte mit mehr als 250000$ Jahreseinkommen in einer Umfrage an „sehr glücklich“ zu sein, wogegen von den Befragten aus Haushalten mit unter 30000$ Jahreseinkommen nur 42% dieser Meinung waren. Auch im Mehrländervergleich zeigte sich ein deutlich sichtbarer positiver Zusammenhang von Einkommen und Zufriedenheit.

Die Autoren weisen darauf hin, das allein die über die Jahre wechselnde Fragetechnik wesentlich zu dem beschriebenen Paradox der stagnierenden Zufriedenheit geführt haben dürfte, schließlich wäre in Jahren mit gleichen Fragen die Antworten mit steigendem Einkommen immer mehr in Richtung hoher Zufriedenheit gegangen.

Zweifellos schafft uns wirtschaftliches Wachstum eine Menge Annehmlichkeiten, nimmt dem Leben Risiken, heilt Krankheiten und lindert Schmerzen und lässt uns immer älter werden. Und dabei bleibt uns natürlich mehr Muße über bislang noch nicht wahrgenommene Probleme nachzudenken, was nicht wenig zur Unbehaglichkeit mancher im allgemeinen Wohlstandsmilieu beitragen dürfte.

Eine Antwort zu “Macht Geld doch glücklich?

  1. Stimmt schon! Mehr Einkommen bedeutet mehr Wahlmöglichkeiten, aber glücklichsein ist oft eine Entscheidung und nicht Einkommensabhängig. Mehr Geld bringt meist auch das was im Menschen tatsächlich steckt in größerem Maße hervor. negative wie positive Eigenschaften. Geld wirkt sich meiner Meinung nur dann gravierend auf die Zufriedenheit aus wenn ich immer zuwenig davon habe.

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