Lässt sich Demokratie exportieren?

Der Versuch der amerikanischen Regierung Demokratie und Marktwirtschaft in die Krisengebiete der Erde zu exportieren zeichnet sich nicht nur durch wenig Erfolg aus, sondern hat den USA auch wiederholt internationale Kritik eingebracht. Vor diesem Hintergrund diskutieren die Ökonomen Russell Roberts und Christopher Coyne, Autor des Buches After War: The Political Economy of Exporting Democracy , in der aktuellen Ausgabe von EconTalk die politökonomischen Bestimmungsgründe der amerikanischen Außenpolitik und der Erfolgsfaktoren militärischer Wiederaufbauhilfe.

Ein Vergleich der Ausgangsbedingungen der Intervention im Irak, Japan und dem Nachkriegsdeutschland zeigt deutlich, dass militärische Präsenz keine Erfolgsgarantie für einen Demokratisierungsprozess sind. Während sich die Bevölkerung in Japan und Deutschland durch eine vergleichsweise homogene nationale Identität auszeichneten und staatliche und zivilgesellschaftliche Institution auf bestehenden Fundamenten reaktiviert werden konnten ist der Irak durch eine hohe ethnische, kulturelle und religiöse Heterogenität mit geringer Kooperationsbereitschaft der unterschiedlichen Gruppen geprägt. Eine für die wirtschaftliche Entwicklung notwendige institutionelle und technische Infrastruktur lässt sich jedoch nur in einem kooperativen politischen und zivilgesellschaftlichen Umfeld errichten.

Die deutsche Erfahrung lehrt jedoch auch, dass die Demokratisierung der Gesellschaft durch eine funktionierende Marktwirtschaft gefördert wird. So konstatiert Christopher Coyne, dass das Wirtschaftswunder nicht etwa durch, sondern trotz der amerikanischen Intervention stattfinden konnten. Ludwig Erhardt setzte die Lockerung der Preiskontrollen gegen den Willen der Alliierten durch und läutete den wirtschaftlichen Aufschwung ein.

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