Beratungsresistent

Der Umweltminister will seine Bio-Sprit-Pläne nicht etwa stoppen, weil zwei Sachverständigenräte seines Arbeitgebers ihm die ökologische und ökonomische Absurdität dieses Unterfangens bescheinigt haben (hier und hier). Nein, „Die Umweltpolitik wird nicht die Verantwortung dafür übernehmen, wenn Millionen Autofahrer an die Super-plus-Tankstelle müssen.“ Offenbar lässt sich der Umweltpolitisch-Industrielle-Komplex nur noch durch die Wut von Autofahrern zur Strecke bringen, denn trotz wissenschaftlichen Gegenwinds predigt man nach wie vor das Klimaschutzmärchen von den Biokraftstoffen von der Kanzel der Bundesregierung. Wissenschaftliche Politikberatung ist hierzulande nicht mehr als ein Feigenblatt, dessen schützendes Grün die Blöße ihrer Auftraggeber immer nur dann bedeckt, wenn wissenschaftliche Fakten und die politische Realität ganz zufällig einmal eine Schnittmenge aufweisen. Das lässt sich nur selten gewährleisten, obwohl man sich in den jeweiligen Ministerien so große Mühe bei der „geeigneten“ Besetzung der Beratungsgremien gibt.

5 Antworten zu “Beratungsresistent

  1. Wäre nicht der erste beratungsresistente Politiker. Allerdings geht deine Kritik hier vermutlich sogar ins Leere. Neben Beratungsresistenz gibt es nämlich noch eine viel, viel wichtigere Sache, nämlich die Staatsräson.

    Merke: Ministerien machen nie Fehler. Wenn doch, dann werden sie nicht eingestanden. Ansonsten hängt deinem Geflame gegen in der Einzelsache durchaus zu Recht kritikwürdigen Zuständen immer das Geschmäckle von „Umweltschutz ist generell ein Verbrechen!“ an. Wegen solchen Dingen von einem Umweltpolitisch-Industriellen-Komplex zeugt von sehr, sehr viel Phantasie.

  2. Da fehlt ein „zu sprechen“, ‚tschuldigung.

  3. Wir sind hier nicht verantwortlich für ihre persönliche Wahrnehmung unserer Kommentare. Bioenergie hat nichts, aber auch gar nichts mit Umweltschutz zu tun und das ist nicht erst seit den Sachverständigengutachten bekannt.

    Im Übrigen erinnern wir Sie an die Einhaltung vernünftiger Kommentarregeln, die auch die Nichtverwendung offensiven Vokabulars einschließen. Ansonsten behalten wir uns vor die Kommentare zukünftig zu sperren.

  4. Dass man das mit der Bioenergie durchaus anders sehen kann, und wieso man das so sehen kann, hatten wir meines Erachtens schon zur Genüge diskutiert. Allerdings lassen sich gewisse, vereinzelte Auswüchse in der Tat nicht rechtfertigen. Biosprit steht da auf der Liste ganz weit oben, neben zu starker Photovoltaikförderung.

    Was es die offensiven Kommentare betrifft, so bitte ich dich doch mal dringend um einen tüchtigen Reality-Check. Sie sind nicht minder offensiv, als viele deiner außerordentlich steilen und nicht gerade zart und behutsam vorgetragenen Thesen. Ich beziehe mich hier zum Beispiel auf den vorhergehenden Artikel. Tut mir leid, aber ich das was von rechtsliberaler/neokonservativer Seite in diesem Land getan und propagiert wird (zu dem Lager zählst du), rechtfertigt Widerstand auf jeden Fall. Du bist selber nicht ein Leisetreter, also hör auf dich künstlich zu mokieren. Es steht dir nicht.

    Was erwartest du eigentlich? Dass alle Leute den von dir und anderen gewollten massiven Grundsatzverschiebungen unseres Gesellschaftsvertrages bedingungslos zustimmen? Dass vollkommen widerstandslos eine totale Neufeudalisierung der Gesellschaft hingenommen wird? Dass niemand dem teilweise totalitär auftretendem rechtsliberalen/neokonservativen Gedankengut widerspricht? You must be kidding.

    Wir können gerne mal hier debattieren, aber keiner von uns ist ein Leisetreter. Du kannst von anderen nicht etwas verlangen, was du selbst nicht einzuhalten bereit bist. Denk mal darüber nach.

  5. Pingback: Gibt es einen Umweltpolitisch-Industriellen-Komplex? « iuf - freie menschen, freie märkte

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