Krokodilstränen

Die stellvertretende Fraktionschefin der Grünen ist wie einige andere Politiker auch empört:

Es ist moralisch verwerflich, wenn der Post-Chef die Mindestlohn-Entscheidung in dieser Art und Weise in privaten Gewinn ummünzt. Anscheinend bekommt Herr Zumwinkel den Hals nicht voll.

Was hat sie denn gedacht, welche Funktion ein Mindestlohngesetz hat? Es ist nun einmal ein Mittel zur Bereicherung einiger zu Lasten anderer. Ob es nun der Vorstandschef der Post oder seine Mindestlohn empfangenden Angestellten sind, die sich zumindest vorläufig an dieser politischen Entscheidung bereichern konnten, ist abgesehen vom Niveau der Umverteilung egal. Die Millionenbeträge aus Aktienoptionsgeschäften sind nicht weniger legitim als der Mindestlohn in der Lohntüte. Wenn es einen Skandal gibt, dann ist es die Tatsache, dass beide nicht im Wettbewerb um den Kunden, sondern um politische Pfründe erreicht worden sind. Auf jeden Fall ist es ein anschauliches Beispiel für die unmittelbaren Folgen einer Politik, die nur bei oberflächlicher Betrachtung den Empfängern von Niedriglöhnen hilft.

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