Wir leisten uns was

Das Handelsblatt schreibt über das neue Energie- und Klimaschutzprogramm der Bundesregierung:

Durch ein neues Gesetz soll zudem der Einsatz erneuerbarer Energien für Heizung und Warmwasser in Wohngebäuden steigen. Bei Neubauten soll es einen Pflichtanteil von 14 Prozent geben. Für mehr erneuerbare Energien im Wohnungsbestand setzt die Regierung anders als zunächst geplant nicht auf Vorschriften, sondern auf die Erhöhung der Fördermittel (bisher 150 Millionen Euro) auf 350 Millionen Euro im Jahr 2008 und jährlich 500 Millionen Euro ab 2009. Insgesamt soll zusammen mit weiteren Maßnahmen im Gebäudebereich eine CO2-Ersparnis von 31 Millionen Tonnen erreicht werden.

Zukünftig sollen also mit dem Geld nicht nur energiepolitische Abenteuer, sondern auch überteuerte Klimaschutzprojekte als Wirtschaftsförderungsmaßnahme für eine Klientel aus Solaranlagenindustrie und Handwerksbetrieben finanziert werden. Immerhin kostet eine Kilowattstunde Wärme aus einer Flachkollektoranlage auf einem Eigenheim nach offiziellen Angaben des BMU rund 0,25 €. Aus der Meldung ist ebenfalls nicht ersichtlich, dass nicht die erneuerbaren Energieträger im Gebäudebereich die erwarteten Emissionsminderungen von 31 Mio. Tonnen Kohlendioxid erwarten lassen, sondern eine Reihe von anderen Maßnahmen der Gebäude- und Heizungssanierung. Den erneuerbaren Energieträgern im Gebäudebereich traut man dagegen lediglich eine Emissionsminderung von 9,2 Mio. Tonnen bis 2020 zu. Man kann es kaum glauben, aber will die Bundesregierung diese Minderungsleistung innerhalb der nächsten 12 Jahre tatsächlich für knapp 5,9 Mrd. bei ihren Bürgern kaufen, eine stolze Rechnung die sie ihnen postwendend wieder präsentieren wird? Das würde stolze 635 Euro pro Tonne Kohlendioxid bedeuten. Zur Erinnerung, ein Emissionsrecht hat zu seinen teuersten Zeiten keine 30 € pro Tonne Kohlendioxid gekostet.

Eine Antwort zu “Wir leisten uns was

  1. Groß ist die Dummheit für sich allein, unendlich wird sie erst, wenn sie sich mit gutem Willen paart.
    Ich finde langsam nur noch bei Blaise Pascal eine Erklärung für diesen Irrsinn: Ni ange, ni bête…

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