Fallende Skalenerträge

Auf innovativen Märkten führen technischer Fortschritt, Lernkurveneffekte und Massenproduktion in aller Regel zu steigenden Skalenerträgen, d.h. sinkenden Grenz- und Durchschnittskosten. Der Einsatz von Produktionsfaktoren steigt langsamer als die Produktionsmenge.

Anders kann es kommen, wenn sich die Politik einmischt. Ein Blick auf die Vergütungsstatistik des EEG zeigt, dass sich für die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energieträgern als Ganzes diese positiven Erwartungen sinkender Kosten nicht erfüllt haben. Zwar ist die eingespeiste Strommenge zwischen 2000 und 2007 um 380% gestiegen, doch haben sich aufgrund der kontinuierlich angestiegenen durchschnittlichen Vergütungssätze die Kosten des EEG inflationsbereinigt um 460% erhöht. Statt erwartungsgemäß billiger, wird der „Naturstrom“ für deutsche Haushalte immer kostspieliger. Nun liegt das nicht etwa daran, dass die einzelnen Erzeugungstechniken immer teurer werden. Nein, hier konnte bislang durchaus Einiges erreicht werden, auch wenn steigende Rohstoffpreise etwa bei der Bioenergie Kostensenkungen zunehmend erschweren. Vielmehr werden immer neue, immer weniger wirtschaftliche Erzeugungstechniken in die Förderung einbezogen. Aus gesamtwirtschaftlicher Perspektive hat die „Erfolgsstory EEG“ also eher eine enttäuschende Bilanz.

2 Antworten zu “Fallende Skalenerträge

  1. Naja, man kann das Thema auch als fallenden Grenznutzen interpretieren – wenn in den besten Lagen schon Windräder stehen kommen die nächsten halt in weniger gute Lagen. Und ob die steigenden Skalenerträge beim Betrieb von doch recht dezentral organisierten Energieerzeugungsformen wirklich eine realistische Annahme sind ist für mich auch mit einem Fragezeichen versehen.

    apex

  2. Hmm, finde ich jetzt nicht besonders fair. Es geht eben nicht einfach nur um „Umweltstrom“, sondern um Strom aus verschieden stark geförderten Quellen.

    Im Prinzip sind die gestiegenen Durchschnittskosten fast ausschließlich auf die geänderte Zusammensetzung dieser Quellen zurückzuführen, insbesondere was es den Solarstrom angeht. Wenn ich die Zahlen richtig in Erinnerung habe, kostet 1% Solarstromanteil un der Stromerzeugung ungefähr so viel wie 6% Windstrom (oder noch mehr). Wenn sich da der Solarstromanteil am Umweltmix zu stark erhöht, wird es schon teurer, obwohl die Einzeltechnologien in der Herstellung allesamt deutliche Kostenvorteile erzielen.

    Im Solarsektor entstehen derzeit allerdings in der Tat derzeit zu gewaltige Negativeffekte, weswegen massiv daran gedacht wird, das EEG so zu ändern, dass (erwünschter) Offshore-Wind einen guten Aufschlag erhält, während man den Solarstrom tüchtiger deckelt. Das wäre meines Erachtens der richtige Weg, da momentan die definitiv gesunkenen Erzeugerkosten nicht an den Kunden weitergegeben werden.

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