Ressourcenknappheit?

Nicht wenige Zeitgenossen entwickeln einen immensen Horror vor dem Ende natürlicher Ressourcen. Plötzlich stehen wir vor leeren Lagerstätten – oh, Schreck – die ganzen schönen Rohstoffe sind weg. Wo sind sie nur geblieben?
Mal abgesehen von dem ganzen mühevoll angesammelten und oft liebgewonnenen Trödel in unseren Wohnungen, stecken sie vor allem in unseren Mülldeponien. So geht eine aktuelle Studie davon aus, dass Japan, so denn irgendwann mal Bedarf besteht, allein wegen seiner urbanen Abfälle von einem rohstoffarmen Land zu einer Ressourcensupermacht mutiert. Schließlich lagern da zwischen alten Babywindeln und sonstigem Plunder u.a. 61 % der weltweiten Indiumreserven, 22 % der Silberreserven und 16 % der globalen Goldreserven.
Wo ist also das Problem mit den Ressourcen? Die materielle Knappheit ist es nicht, bestenfalls die Kosten, den Kram wieder ans Tageslicht zu schaffen. Genauso wie wir die Wertsteigerung der Rohstoffe so richtig erst dann bemerken, wenn eines Tages ein freundlicher Recycling-Vertreter an unserer Wohnungstür steht und uns das Wohnungsinventar wegen des Materialwerts abkaufen will, wird Japan erst zum Top-Rohstoffanbieter, wenn das Deponiemining rentabel wird. Alles eine Frage der Technologie, aber sicher kein Grund für schlaflose Nächte. Und schon gar kein Grund für staatliche Rohstoffpolitik, die hier subventioniert und dort vorschreibt.

18 Antworten zu “Ressourcenknappheit?

  1. > Und schon gar kein Grund für staatliche
    > Rohstoffpolitik, die hier subventioniert
    > und dort vorschreibt.

    Staatliche Rohstoffpolitik? Wogegen schreibst du hier an?

  2. Beispielsweise gegen Auflagen zur Reduzierung des Rohstoffverbrauch, wie etwa Recyclingquoten oder Subventionen, die für rohstoffsparende Verfahren gezahlt werden. Entweder Rohstoffeinsparung zahlt sich selbst am Markt aus oder sie ist ineffizient.

  3. Ginge das noch etwas genauer? Ich wüsste derzeit keine relevanten Beispiele im Sinne einer „Rohstoffpolitik“.

  4. Ach so, haben etwa keine Verpackungsverordnung, die eine Kreislaufwirtschaft zur Vermeidung, Wiederverwendung und Verwertung von Abfällen zur Ressourcenschonung vorschreibt? Was sonst als „Rohstoffpolitik“ verbirgt sich dahinter? Zur umweltschonenden Abfallbeseitigung wäre dieser Aufwand nicht nötig. Da gäbe es andere Mittel und Wege, wie etwa eine Deponieabgabe und anspruchsvolle Umweltstandards für Abfallbeseitigungsanlagen.

  5. Tja, die Verpackungsverordnung mit ihren Folgen also. Finde ich mutig, das unter Rohstoffpolitik zu fassen.
    Wenn ich mal ein Beispiel für positive Effekte genau dieser Verordnung nennen dürfte: In einer ländlichen Gegend, in der ich mich häufiger mal zu Erholungszwecken aufhalte, waren früher die Straßengräben voll mit achtlos aus dem Fenster geworfenen Dosen. Seitdem es im Folge der Verpackungsverordnung das Dosenpfand gibt, ist dies nicht mehr der Fall, die Umwelt ist deutlich sauberer geworden.

    Mit Rohstoffpolitik hat das wenig zu tun, dafür aber umso mehr mit Landschaftsschutz. Wie erreicht man diesen Effekt auf akzeptable Weise ohne Dosenpfand? („Akzeptabel“ bedeutet z.B. ohne 24/7-Kameraüberwachung einsamer Landstraßen.)

  6. Der Dosenpfand ist nur ein Teil der Verpackungsverordnung, der Kreislaufgedanke durchzieht die gesamte Abfallpolitik. Und den Dosenpfand gegen Landschaftsverschmutzung einzusetzen, ist wie mit Kanonen auf Spatzen schießen. Nach Aussagen der Arbeitsgemeinschaft Verpackung und Umwelt hatten Getränkeverpackungen im Jahr 2000, also vor Zwangspfandeinführung, gerademal einen Anteil von 6% am unkontrolliert entsorgten Abfall. Also hätte man auch auf andere Abfääle einen Pfand einführen müssen. Hier spielten ganz andere Überlegungen eine Rolle, schließlich war vielen Getränkeherstellern die zunehmende Konkurrenz überregionaler Anbieter ein Dorn im Auge. Das arrangierte sich wunderbar mit dem „grünen Anstrich“ des Dosenpfands. Klare Nutzen-Kosten-Kalkulationen sind eben keine Stärke der Umweltpolitik in Deutschland, der politische Prozess setzt andere Prioritäten.

  7. Sechs Prozent also. Dann sind die offensichtlich alle „bei mir“ im Straßengraben gelandet. Sorry, die visuellen Effekte sind für mich doch recht deutlich. Kann natürlich auch daran liegen, dass eine einzige illegal im Wald entsorgte Waschmaschine schon allein vom Gewicht her locker 10 Kilometer mit Dosen verschandelte Straßenränder kompensieren dürfte.

    Aber wie sähe denn eine wirksame und angemessene Alternative zum Dosenpfand in Bezug auf Landschaftsverschandelung aus? Würde mich wirklich mal interessieren. Für die Stadt gäbe es Möglichkeiten, aber fürs flache Land fällt mir da nichts ein.

  8. Deine anekdotische Evidenz ersetzt keine Nutzen-Kosten-Analyse. Tatsächlich setzt der Dosenpfand Anreize zu weniger wilder Dosenentsorgung. Fragt sich bloß, ob der Aufwand das Wert ist. Wer die Kosten der Angelegenheit nicht mit einrechnet, wird wohl den Dosenpfand ohne Zweifel mögen. Ich bin mir da nicht sicher. Außerdem besteht wie bereits erwähnt das deutsche Abfallrecht nicht nur aus dem Dosenpfand.

  9. Ich lese diese Antwort mal so, dass dir auch kein sinnvoller Weg einfällt, wie man auch ohne Dosenpfand die Landschaftsverschandelung minimieren könnte.

    Die Kostenfrage stellt sich doch eigentlich immer, oder? So oder so, denn mit Verlaub, verschandelte Straßenränder sind ganz definitiv Kosten der Allgemeinheit, um das mal klar zu erwähnen. Was es das restliche Abfallrecht betrifft, denke ich auch, dass wir eine Überarbeitung benötigen, da Abfall ja ohnehin nicht mehr deponiert wird.

    Übrigens, während ich das schreibe, fällt mir eine vollkommen pfandfreie Lösung für die Problematik ein: Sämtliche Straßenränder von Dosen und ähnlichem Müll säubern lassen, und die Kosten den Herstellern anteilig nach Müllaufkommen und Aufwand in Rechnung stellen. Gilt so natürlich auch für alle anderen Verpackungen, inklusive bepfandeter. Nur dass man die weniger oft im Straßengraben finden dürfte.

    Müsste doch eine Lösung in deinem Sinne sein, oder?

  10. Nicht ganz, da der Hersteller zwar die Dosen in Verkehr bringt, sie aber nicht wegwirft. Idealtypisch sollte man also die Verbraucher in Anspruch nehmen, was technisch nicht ganz so einfach ist.
    Da ich ohnehin ein Anhänger einer Maut für PKW und LKW auf allen Straßen bin, könnte man beispielsweise die Kosten für die Sammlung von Müll und Dosen auf eine Maut aufschlagen. In Naturschutzgebieten etc. wäre dagegen eine Subvention für die Rückgabe von Abfall möglich, also die Anwendung des Gemeinlastprinzips, wobei man Wege zur Reduktion der Missbrauchsgefahr finden müsste, etwa eine Beschränkung auf wenige Dosen pro Person. Allerdings ist das schwierig, gebe ich zu. In Innenstädten sehe ich das Problem weniger, da dort ohnehin eine Stadtreinigung existiert.

  11. Was ich jetzt nicht ganz verstehe, ist dies: Der Verbraucher wird doch noch am ehesten in Anspruch genommen, wenn die Hersteller die Reinigung bezahlt, oder? Man darf doch mit einigem Recht davon ausgehen, dass diese Kosten auf den Dosenpreis aufgeschlagen werden. Klar, es hätte was von einer Versicherung, besonders für die Leute, die sich anständig benehmen, aber man wäre meines Erachtens deutlich näher am Verursacher. Schon weil jede Menge Autofahrer gar keine Dosen mitführen dürfte. Zugleich läge eine echte Internalisierung externer Kosten vor.

    Was es die städtischen Gebiete betrifft, gilt übrigens weitgehend Zustimmung meinerseits.

  12. Prinzipiell gebe ich dir recht, doch je weiter man sich bei einer Regulierung vom eigentlichen Verursacher entfernt, umso stärker belastet man Menschen für Fehler, die sie nicht begangen haben. Also sollte man stets versuchen, den Verursachern von Problemen die damit verbundenen Kosten so direkt wie möglich anzulasten. Warum sollen denn umweltbewusste Verbraucher die Kosten ihrer weniger ökologisch denkenden Menschen mittragen? Zudem muss man die Anpassungswirkungen im Hinterkopf behalten, die nicht immer positiv sind. Denn grundsätzlich verursacht eine Einwegflasche nur ein Umweltproblem, wenn sie wild entsorgt wird. Also wäre es nicht sinnvoll sie auch dann teurer zu machen, wenn sie korrekt im Müll landet. Generalisierende Lösungen sind also nur dann angemessen, wenn gezielte Instrumente mit überhöhten administrativen Kosten verbunden sind. Ich denke bei einer Straßenmaut wäre das nicht der Fall. Ersatzweise könnte man die Kosten auch auf die Mineralölsteuer umlegen. Hier wäre die Kostenumlage wesentlich zielgenauer, weil man hier nicht noch den dosenbiertrinkenden Fußgänger, der die Mülltonne zur Entsorgung verwendet, mitbelasten würde.

  13. Ich stimme zwar der Argumentation zu, dass die Kostenbelastung möglichst nahe am Verursacher liegen sollte, nur wäre das dann nicht eigentlich eher ein Grund für meine Position?

    Zum Vergleich: Müssen die Dosenproduzenten für die Kosten der Landschaftsverschandelung aufkommen, und geben sie diese Kosten an den Kunden weiter, so landen die Kosten doch eher bei der wahrscheinlichsten Verursachergruppe.

    Klar, salopp gesagt ist vermutlich maximal jeder fünfte Dosentrinker ein Umweltschwein (d.h. nur in 20% trifft es „den richtigen“). Nur wenn man jetzt an die Autofahrer rangeht, so ist von denen doch vermutlich höchstens ein Viertel überhaupt mit Dosen unterwegs, womit man dann gerade mal bei 5% „den richtigen“ getroffen hätte.

    Zudem gäbe es bei einer Belastung der Dosenverbraucher für Firmen Umlagemöglichkeiten, z.B. höhere Preise für Supermärkte und Kioske in stärker belasteten Regionen. Oder freiwillige Pfänder, die nur für Dosen aus genau diesen Gegenden gezahlt werden. Eben alles was den Unternehmen im Rahmen des Marktes einfällt und sinnvoll erscheint. Wenn die Firmen da kreativ sind, hat der Verbraucher weiterhin Ausweichmöglichkeiten. Bei einer pauschalen Mauterhöhung wäre das unmöglich zu realisieren. Von daher scheint mir eine Lösung über den Verkaufspreis hier fairer zu sein.

    Ich denke da ein bisschen an Singapur, eine Stadt, in der mittlerweile Kaugummis verkauft werden dürfen. Allerdings nur zu Preisen, mit denen sich vermutlich zusammen mit den ohnehin vorhandenen Bußgeldern, jeglicher Zusatzaufwand in der Straßenreinigung locker bezahlen lässt. Für mich scheint das derzeit ein faires Modell zu sein.

  14. Wenn wir die Kosten für alle aufgelesenen Dosen, von den Getränkeherstellern und deren Konsumenten zahlen lassen, dann strafen wir alle Hersteller und alle Konsumenten, der Lenkungseffekt beim Einzelnen ist jedoch aufgrund der geringen marginalen Steuerlast gering. Da jedoch die meisten Dosen an Straßenrändern und öffentlichen Plätzen weggeworfen werden, ist die Lenkungswirkung bei den Verkehrsteilnehmern wesentlich größer. Auch äußert sich die Anpassung nicht in einer Verringerung des Kaufs der Dosen (das ist nicht das Problem), sondern in einer Reduzierung der wilden Entsorgung, da dies bei der richtigen Kommunikation zu einer Senkung der Maut bzw. Mineralölsteuerzulage führt. Die Bezahlung der Kosten durch die Getränkehersteller führt dagegen zu einer Verteurung der Dosen und entsprechend geringerer Dosenkäufe, setzt aber beim Verbraucher keinen zusätzlichen Anreiz die Dose nicht wegzuwerfen. Nicht die Kosten der wilden Entsorgung steigen, sondern des Dosenerwerbs, ein wichtiger Unterschied zu meiner Lösung. Wenn den Autofahrern klar wird, dass mit Rückgang der Entsorgungskosten die Kostenanlastung sinkt, ist die Wahrscheinlichkeit zur ordentlichen Entsorgung trotz Trittbrettfahreranreizen größer.

  15. Natürlich gibt es staatliche Rohstoffpolitik, vielleicht nicht primär in der Verpackungsverordnung, aber über Steuern auf Rohstoffe (Öl!) bzw. Steuererleichterungen auf bestimmte Energieformen (EEG, Einspeisevergütung), um nur ein paar zu nennen. Das ist staatliche Lenkung bzw. der Versuch derselben. Achja, zum Dosenpfand: Natürlich hat das Dosenpfand das Littering weitgehend beseitigt, aber:
    1. Sind jetzt Glasflaschen (Mehrweg) mit 8ct Pfand eher im Straßengraben zu finden, da ist das Wegwerfen billiger
    2. Hat sich die Recyclingquote von Dosen und PET nicht wesentlich erhöht
    3. Wurden Industrie und Handel erheblich belastet durch Erstinvestitionen in das Pfandsystem (Leergutautomaten, Teilnahme am DPG-System etc.) sowie durch Folgekosten (Sicherheitsdruckfarbe für das Pfandlogo, Teilnahme DPG-Gebühren, Folgekosten für Leergutautomaten) – natürlich zahlt das über den Verkaufspreis der Endkunde mit, und das, obwohl hier keine wesentlich höhere Recyclingquote erreicht wird. Das ganze Pfandsystem ist typisch deutsch, overengineered und überflüssig wie ein Kropf. In England funktioniert das ganze recht marktwirtschaftlich, und die Recyclingquote ist die gleiche…

  16. > Wenn wir die Kosten für alle aufgelesenen
    > Dosen, von den Getränkeherstellern und deren
    > Konsumenten zahlen lassen, dann strafen wir
    > alle Hersteller und alle Konsumenten, der
    > Lenkungseffekt beim Einzelnen ist jedoch
    > aufgrund der geringen marginalen Steuerlast
    > gering.

    Das erscheint mir gerade extrem unglaubwürdig: Bei einer allgemeinen Belastung ALLER Autofahrer soll eine Verhaltensänderung in Gang kommen, die bei der direkten Belastung der Dosenkäufer nicht kommen soll? Und wer redet hier bitte sehr von Strafen? Es geht schlicht und einfach darum, dass Verursacher für Kosten, die der Allgemeinheit entstehen, haftbar gemacht werden dürfen und haftbar gemacht werden sollten. Im Idealfall direkt, aber wenn das nicht geht, dann eben als Gruppe. Und die naheliegendste Gruppe dürften im Falle von Umweltverschmutzung durch Dosen doch wohl die Dosenkäufer sein.

    >
    > Die Bezahlung der Kosten durch die
    > Getränkehersteller führt dagegen zu einer
    > Verteurung der Dosen und entsprechend
    > geringerer Dosenkäufe, setzt aber beim
    > Verbraucher keinen zusätzlichen Anreiz die
    > Dose nicht wegzuwerfen.

    Widerspricht das nicht der oben getätigten Aussage, die Zusatzbelastung beim Dosenkäufer sei gering, weswegen es kaum eine Lenkungswirkung gäbe? Zudem, spätestens wenn die Verkäufer zum Beispiel in extrem belasteten Gegenden Anreize setzen, z.B. durch lokal höhere Preise einerseits, aber freiwillige lokal begrenzte Rückgabesysteme andererseits, lässt sich an den Stellen, wo es „brennt“, doch prima gegensteuern. In Städten hingegen könnte man zum Beispiel den Konsumenten voll und ganz von den geringeren Preisen profitieren lassen.

    Also bei meinem Beispiel liegt doch die Bezahlungslast deutlich näher beim potentiellen Verursacher. Dazu gibt es dann noch eine echte Chance, die Verantwortung über Preismechanismen regional gesteuert weiterzugeben. Im Falle eines Rücknahmesystems mit Kostenerstattung (freiwillig, und nur in Problemregionen) gibt es sogar für alle Leute, die das Zeug nicht in den Straßenrand pfeffern, die Möglichkeit vollkommen ohne Preiserhöhung konsumieren zu können. Somit bräuchte man gar keine Furcht mehr vor Trittbretteffekten zu haben.

    Beim Autofahrer verteilen sich hingegen die Kosten pro „Umweltsau“ vermutlich auf 19 weitere Köpfe, die größtenteils nicht einmal Dosen mitführen, geschweige denn wegwerfen dürften. Das sieht in meinen Augen rabenschwarz aus, für irgendeine Reduzierung von Trittbretteffekten, oder? Wo soll das da herkommen?

  17. @krischan:

    So ich das auch, nur kommt man leider mit diesen Argumenten bei vielen Dosenpfandvertretern nicht weiter.

    @ChristianS:

    Bleiben wir bei der Verpackungssteuer. Die trifft jeden und hat keinen über die allgemeine Reduzierung der Dosen hinausgehenden Lenkungseffekt gegen die wilde Entsorgung. Richtig ist, dass der Lenkungseffekt bei einer allgemeinen Abgabe auf alle Autofahrer aufgrund der hohen Anzahl nicht viel höher ist, hier muss ich dir zustimmen. Daher wäre eine räumlich konzentrierte Lösung mit einer klar abgegrenzten Verursachergruppe mit einer richtigen Kommunikation der Kostenbelastung ideal. Also erscheinen mir Teillösungen für bspw. für bestimmte Autobahnabschnitte mit Kostenumlage auf die Maut (so wir sie denn hätten) sinnvoll. Hier dürfte auch dein Vorschlag eines Rücknahmesystems in Problemregionen durchaus Sinn machen. Was eine generelle Lösung, wie wir sie in Deutschland haben, verweise ich aber auf den Kommentar von Krischan.

    Es kommt immer auf die Relation der Nutzen und Kosten an. Hier das Problem des unterschiedlichen Anfallens von Nutzen und Kosten, was uns wieder zu Einzelfalllösungen in Problemregionen führt.

  18. Also offen gesagt, Recycling kann angesichts der Realität in Deutschland sowieso kein Argument sein. Es wird eh alles verbrannt, zum Fixkostenpreis. Hier haben SPD, CDU und FDP ganze Arbeit geleistet und vollendete Tatsachen geschaffen.

    Warum ich das EEG für gut und richtig halte, habe ich bereits gesagt. Das ist in meinen Augen schlicht und einfach eine nationale Maßnahme zur Abwehr von Katastrophen, so wie es auch der Verteidigungsetat ist. Die Mineralölsteuern wiederum sind angeblich nicht mal hoch genug, um die Folgeschäden zu decken.

    Dass wir nun statt des beseitigten Dosen-Litterings so ein großes Glasflaschen-Littering haben, bezweifele ich. Und was es die Kosten des Handels betrifft: Hey, wer die externen Effekte erzeugt, der sollte auch für deren Beseitigung gerade stehen. Wie gesagt, ich gebe zu, dass es andere Wege gegeben hätte, wie von mir skizziert. Aber der Handel wusste, dass es bei 70% Einweganteil zur Pfandregelung kommen würde, und musste vorher nicht einen einzigen Cent für die Folgekosten bezahlen. Angesichts dieser klaren Begleitumstände scheint die Pfandpflicht ja nicht so schlimm gewesen zu sein, sonst hätte man ja gegensteuern können.

    Da man dies (bei exakter Kenntnis der Folgen) nicht getan hat, hat man wohl marktwirtschaftlich dennoch korrekt entschieden. Übrigens, das Engineering des Systems hat der Handel ebenfalls selbst erledigt, es gab diesbezüglich keine Detailvorschriften. Auch hier haben die Beteiligten anscheinend gewusst, was sie taten.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s