Das Bauernopfer der SPD

Das Eintreten für einen Mindestlohn soll der SPD in Hessen und Niedersachsen Stimmen bei den Landtagswahlen bringen. Nach Presseverlautbarungen sähe Fraktionschef Struck die Wahlen gern als Volksabstimmungen für dieses Anliegen.

Mindestlöhne bilden eine Untergrenze der Lohnsätze und sollen nach Ansicht ihrer Befürworter eine Ausbeutung von Arbeitnehmern in Niedriglohnjobs vermeiden. Tatsächlich können Mindestlöhne Arbeitnehmern in bestehenden Arbeitsverhältnissen die Löhne sichern, jedoch nicht vor der Gier der Unternehmen, sondern vor der Konkurrenz potentieller Kollegen, die ihre Arbeitskraft für einen geringeren Lohnsatz am Markt anbieten. Daher haben Mindestlöhne einen entscheidenden Haken. Sie grenzen Arbeitnehmer mit einer unterhalb des Mindestlohnsatzes liegenden Produktivität aus. An empirischer Evidenz hierfür mangelt es wahrlich nicht. Unternehmen fragen Arbeitskräfte entsprechend des aus der Arbeit jedes Beschäftigten zu erwarten Ertrags nach und zwar solange wie der erwartete zusätzliche Ertrag der Beschäftigung eines Arbeitnehmers dessen Lohnkosten übersteigt. Jeder darüber hinaus gehende Beschäftigte würde nur Verluste erwirtschaften und sich damit über kurz oder lang selbst um seinen Job bringen. Also wird er gar nicht erst eingestellt. Je höher der Lohnsatz umso höher die zusätzlichen Kosten eines Arbeiters. Ändert sich sonst nichts an den Kosten des Unternehmens führt eine Erhöhung des Mindestlohns zu einer geringeren Nachfrage nach Arbeit.

Häufig wird angenommen, dass höhere Mindestlöhne einfach aus der Gewinnmarge eines Unternehmens gezahlt werden können, ohne dass ein Unternehmen auf administrative Lohnerhöhungen mit Entlassungen oder Einstellungsstopps etc. reagieren muss. Doch der Gewinn eines Unternehmens deckt eben nur die Produktionskosten für Arbeit und Kapital, muss also die Produktionsfaktoren zu ihrem Marktwert entlohnen. Zahlt das Unternehmen den Arbeitnehmern mehr als ihren Marktwert, muss die Entlohnung der anderen Produktionsfaktoren zwangsläufig unter dem Marktwert liegen, was bedeutet, dass diese Faktoren dem Unternehmen in Zukunft nicht mehr zur Verfügung stehen. Will ein Unternehmen dies verhindern, kann es zum Mindestlohn nur solange Arbeitskräfte nachfragen, wie deren Produktivität über diesem Lohnsatz liegt. Hat es bislang unterhalb des neuen Mindestlohnsatzes gezahlt, muss es Entlassungen vornehmen, die Arbeitszeit verkürzen oder unbezahlte Mehrarbeit verordnen, um Verluste zu vermeiden. Wenn also die Einführung von Mindestlöhnen gefordert wird, um Jobangebote zu verhindern, die nicht viel mehr als das Sozialhilfeniveau einbringen, dann fragt sich was mit denjenigen ist, die wegen dieser Restriktionen von vorn herein vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen sind und ohnehin auf Sozialhilfeniveau leben müssen. Ganz zu schweigen von den Kosten dieser Politik für die Konsumenten. Mindestlöhne senken das Güterangebot und verteuern dadurch bei gegebener Nachfrage die Produkte.

 

Offenbar will die SPD erreichen, dass sich die Leidtragenden dieser Politik mit ihrer Unterstützung für die SPD als Bauernopfer eigenhändig vom Schachbrett des Arbeitsmarktes entfernen.

Eine Antwort zu “Das Bauernopfer der SPD

  1. Mehr Sozialfälle, mehr Wähler für eine „soziale Gerechtigkeit“ propagierende Partei. Self-fulfilling Policy.

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