Archiv der Kategorie: Veranstaltungen

Teures Öl?

Sicher, der rasch gestiegene Ölpreis belastet die private Haushalte ebenso wie deutsche Unternehmen. Doch bedeutet der hohe Ölpreis tatsächlich nur eine Belastung? Genauso könnte man fragen, ob das rasche weltwirtschaftliche Wachstum vor allem in China und Indien, als wesentliche Ursache des Ölnachfragebooms, tatsächlich schlecht für die Deutschen ist. Ganz im Gegenteil, bedeutet doch ein beschleunigtes wirtschaftliches Wachstum, dass weltweit mehr Güter als vorher hergestellt werden, die in einem globalem Wettbewerb angeboten zunehmend billiger auf die Ladentische kommen. So wundert sich niemand, dass trotz steigender Energiepreise immer billigere und bessere Produkte der Elektronik- und Unterhaltungsindustrie aus Fernost in unseren Geschäften angeboten werden. So hohe Preise für Öl auf dem Weltmarkt bedeuten doch letztlich nur, dass es Verbraucher und Produzenten gibt, die für die Erzeugung wertvoller Produkte bereit sind so hohe Kosten in Kauf zu nehmen. Sind wir Deutschen nicht willig mit dieser Nachfrage zu konkurrieren, weil uns unsere eingefahrenen Konsumgewohnheiten offenbar weniger wert sind, müssen wir uns in Verzicht üben oder nach Alternativen suchen, um in Zukunft sparsamer gut leben zu können. Das hadern mit der hohen Nachfrage nach Öl in anderen Teilen der Welt kann jedoch kaum die richtige Reaktion auf das Problem sein. Viel eher sollte man sich Gedanken machen, wie man der steigenden Nachfrage ein noch stärker steigendes Angebot gegenüberstellen kann. Und hier ist auch die Politik auf den Plan gerufen, schließlich beeinflusst sie mit ihren wirtschafts- und sicherheitspolitischen Rahmenbedingungen maßgeblich die Investitionsbedingungen bei der Erschließung neuer Energiequellen und Rohstofflagerstätten.

Erinnerung: IUF-Veranstaltung am 16.07.2008 “Was treibt den Ölpreis?”

IUF-Veranstaltung: Was treibt den Ölpreis?

Zum Auftakt der neuen IUF-Veranstaltungsreihe “Ökonomie am Feierabend” gibt es am 16. Juli 2008 einen Vortrag zum Thema “Was treibt den Ölpreis?”. IUF-Referent Steffen Hentrich erläutert in seinem Vortrag die Funktionsweise von Energie- und Rohstoffmärkten und die Bestimmungsgründe der aktuellen Ölpreisentwicklung. Dabei soll auch der Frage nachgegangen werden, welche Rolle hierbei Rohstoffspekulationen spielen und ob ein Bedarf nach Regulierung spekulativer Rohstoffgeschäfte besteht.

Die Veranstaltung beginnt um 18:30 Uhr im Haus der Zukunft Berlin e.V. in der Albrechtstraße Nr. 11, 10117 Berlin. Anmeldung zur Veranstaltung bitte über die Webseite des IUF.

Umweltschutz als Freiheitsschutz

Am vergangenen Wochenende veranstaltete das Liberale Institut in Zürich ein Symposium mit dem Titel „Umweltschutz — durch mehr Markt oder mehr Zwang?“. Thema der zweitägigen Veranstaltung war der Zusammenhang zwischen Umweltschutz, Markt und Staat aus liberaler Perspektive. Auch das Institut für unternehmerische Freiheit (IUF) war mit einem Vortrag zum Thema Umweltschutz als Staatsaufgabe vertreten. Für alle Leser die nicht dabei sein konnten und dennoch informiert sein wollen steht mein Redebeitrag hier als PDF-Dokument zum Download bereit.

IUF-Vortrag: Steuermoral und was damit zusammenhängt…

Wenn in Deutschland über Steuern gesprochen wird, ist in erster Linie von der Einkommenssteuer die Rede und davon, wie diese entweder vereinfacht, reformiert oder wenn es geht auch hinterzogen werden kann. Hierbei fand speziell in den vergangenen Monaten das Thema Steuerhinterziehung besondere Beachtung und führte zu Diskussionen darüber, wie diese verhindert werden kann.

Während sich die politische Diskussion auf technische Aspekte, wie mehr Kontrollen und mehr Interventionen zu beschränken schien, wurden die Gründe zur Steuerhinterziehung nur am Rande diskutiert. Denn genauso wie der Staat ein Interesse hat seine Einnahmen zu sichern und nach Möglichkeit zu erhöhen, haben Steuerzahler ein Interesse ihr Einkommen und Vermögen vor seinem Zugriff zu schützen.

In einer Zeit in der viele ehemalige Ostblockstaaten die Flat Tax erfolgreich etabliert haben und in Deutschland am Status Quo festgehalten wird, ist es notwendig, dass auch bei uns verstanden wird, welche Anreizwirkungen die steuerliche Belastung auslöst und welche individuellen und volkswirtschaftlichen Konsequenzen das Verhalten der Steuerzahler hat. Kurz, eine Debatte über Steuermoral kann ohne das Wissen um die „Funktionsweise” der Steuerzahler nicht sinnvoll geführt werden.

In seinem Vortrag „Steuermoral und was damit zusammenhängt…” wird Prof. Blankart von der Humboldt-Universität zu Berlin, Einblick über Norm und Wirklichkeit des deutschen Steuersystems und über die Ursachen der in Deutschland weit verbreiteten Steuerhinterziehung geben.

Die Veranstaltung findet am Freitag den 13. Juni um 18.00 Uhr in den Räumen des Haus der Zukunft, Albrechtstraße 11 (schräg gegenüber der „Ständigen Vertretung”) in 10117 Berlin statt.

Nachtrag: Rentenreform mit José Piñera

Es war ein ausserordentlich interessanter Freitag-Abend, den José Piñera mit seinem engagierten Vortrag zur chilenischen Rentenreform gestaltete. Nachdem er die Grundzüge der Reform umrissen und die Vorzüge des Systems der Rentensparkonten dargelegt hatte, entledigte er sich seines Jackets, krempelte die Ärmel hoch und ging durchaus recht kämpferisch auf einige skeptische Fragen hinsichtlich der Kosten des Systems und der Schwierigkeiten des Systemübergangs ein. So widerlegte er Behauptungen, das chilenische System würde überdurchschnittlich hohe Verwaltungskosten verursachen, mit dem Hinweis, dass die von Kritikern angeführten Kostenschätzungen sich regelmäßig nur auf die Einlagen der Sparer und nicht wie allgemein üblich auf den wesentlich höheren Gesamtwert des Sparkapitals bezögen. Auch er kam nicht umhin, die Schwierigkeiten des Übergangs des Systems anzuerkennen. Hätte man sich jedoch angesichts der vielen Vorteile eines Systems von Rentensparkonten einmal auf ein Reformkurs geeinigt, sollten Schwierigkeiten des Übergangs nur noch eine Frage der Verfahrenswahl sein, jedoch keinerlei Zweifel an der Reform als solche auslösen. So schlug er vor zur Fianzierung des Übergangsdefizits staatliches Vermögen an private Investoren zu verkaufen und so einer produktiveren Verwendung zuzuführen, um aus den Einnahmen einen Teil des Finanzierungsdefizits der Rentenversicherung auszugleichen. Des weiteren käme eine Schuldenfinanzierung des Defizits in Frage. Große Hoffnung setzte er auch in den vom Übergang induzierten Sparzwang der öffentlichen Hand und Mehreinnahmen aus der Besteuerung des vom reformierten Rentensystem angekurbelten wirtschaftlichen Wachstumsgewinns.

Wer Näheres über die chilenische Rentenreform, ihre Effekte und die Lösung der Übergangsprobleme erfahren möchte, dem sei José Piñera Webseite International Pension Reform empfohlen, hier insbesondere der Überblicksartikel “Auf dem Weg zum mündigen Bürger: Reform der Altersvorsorge am Beispiel Chile” empfohlen. Auch die offzielle Webseite der chilenischen Rentenversicherer bietet eine Fülle von aktuellen Informationen. Für eine kritische Anlalyse der finanziellen Probleme konkurierender Rentensysteme und der daraus erwachsenden Probleme der Sytemtransformation sind auch die Beiträge von Jeffrey Miron und Kevin Murphy “Can Privatisation improve the Financial Health of Social Security?” und Edward Lazear “Private Accounts for Social Security?”.

Merkzettel!

Den Vortrag von José Piñera zur kapitalgedeckten Rentenversicherung heute Abend um 19 Uhr im Deutschen Patentamt, Gitschiner Str. 97, 10969 Berlin nicht verpassen! Danach für Interessenten noch gemütliches Beisammensein mit den Leuten vom IUF, dem Libertären Stammtisch Berlin und sicher auch einer Abordnung der Freunde der offenen Gesellschaft.

Tipps für eine sichere Rente

Der “demografische Weihnachtsbaum” aus Bismarcks Zeiten, mit vielen Jungen Menschen und wenigen Alten als Garant für eine solide Finanzierung der Renten, gehört inzwischen der Vergangenheit an. Immer weniger junge Leute werden in Zukunft für die Renten einer älter werdenden Bevölkerung zur Kasse gebeten, ein Prozess, der sich auch durch die jüngsten vorsichtigen Reformen der Bundesregierung in Form einer Verlängerung der Lebensarbeitszeit und Kompromisslösungen wie dem Nachhaltigkeitsfaktor nicht aus der Welt schaffen lässt.

Das diese Situation dennoch nicht hoffnungslos ist, hat José Piñera als Arbeitsminister zu Beginn der 80iger Jahre in Chile, das sich seinerzeit mit dem selben Problem konfrontiert sah, mit der Reform der Rentenversicherung und der damit verbundenen Schaffung persönlicher Rentenguthaben (Personal Savings Accounts, PSA) gezeigt. Ohne das staatliche Rentensystem mit seiner sozialen Sicherungsfunktion vollständig aufzugeben schaffte es Piñera durch eine Umstellung des alten Systems vom Umlageverfahren auf ein kapitalgedecktes Sparsystem eine solide Finanzierung der Rente zu realisieren. Statt Sozialabgaben wie eine Abgabe in das Umlagesystem einzuzahlen sollte ab sofort jeder Arbeitnehmer einen Teil seines Lohnes in eine professionell gemanagte Anlage aus einer breiten Palette von Wertpapieren anlegen. Das Wertpapiermanagement übernahmen private Unternehmen, die dank des Wahlrechts der Einleger in intensivem Wettbewerb um die lukrativste Anlage und den besten Service stehen. Dem Staat bleibt es vorbehalten, den Handlungsrahmen der privaten Rentenversicherer abzustecken und ein Sicherheitsnetz für den Fall des Totalverlusts der Einlage zu gewährleisten. Allein die Sparleistung des Einzelnen und nicht die Vorgabe des Renteneintrittsalters oder eines Nachhaltigkeitsfaktors entscheidet darüber, was vom Altenteil für den Einzelnen übrig bleibt und wie lange ohne Risiko für die Altersvorsorge zu arbeiten ist. Derzeit umfasst das chilenische Rentensystem 97% aller Angestellten, deren Rentenvermögen sich auf 70% des jährlichen Bruttoinlandsprodukts (BIP) beläuft. Nicht nur die Absicherung des Lebensabends konnte so dem Dilemma eines Umlagesystems entzogen werden. Auch die für das wirtschaftliche Wachstum essentielle Sparquote der Bevölkerung hat sich in Chile im Zuge der Rentenreform auf fast ein Viertel des BIP verdoppelt.

Wer mehr über diese Reformen, ihre Chancen und Risiken erfahren möchte hat am Donnerstag Abend bei der IUF-Veranstaltung “Competition Matters – Erfolgsfaktoren einer Wirtschaft” Gelegenheit José Piñera persönlich zu erleben und mit ihm zu diskutieren. Natürlich ergibt sich auch die Gelegenheit mit einigen Teilnehmern der Folgeveranstaltung am Freitag Vormittag bei einem Glas Wein ins Gespräch zu kommen und die Menschen hinter dem IUF kennen zulernen.

Das Finanzamt als Sanitätsstelle

Prinz von Liechtenstein, Senator Dr. Sarrazin, Prof. Dr. Dr. Kirchner zu Gast beim Institut für Unternehmerische Freiheit – eine Nachlese der Veranstaltung vom Montag

Am 28. April referierten und diskutierten in Berlin Prinz Stefan von und zu Liechtenstein, Senator Sarrazin, Prof. Kirchner über die Grenzen von staatlicher Souveränität und dem Recht das Staates auf Steuern. Zu dieser Veranstaltung hatte das Institut für Unternehmerische Freiheit in die Vertretung des Landes NRW beim Bund eingeladen.

Anlass für die Veranstaltung war die seit Februar dieses Jahres dauernde Diskussion über Liechtensteins Steuerpolitik im Zusammenhang mit Steuerhinterziehungen und Steuervermeidung. Während man in deutschen Landen von der „Liechtensteiner Steueraffäre“ spricht, ist im Fürstentum Liechtenstein von der „deutschen Affäre“ die Rede. Letztlich geht es hier um Steuerwettbewerb und die Finanzpolitik eines souveränen Staates.

Vor dem Hintergrund von Deutschlands legitimen Interessen an Steuereinnahmen und Liechtensteins staatlicher Souveränität, stellt sich die Frage, in welchem Verhältnis eine zwischenstaatliche „solidarische“ Steuerharmonisierung zu nationaler Souveränität steht. Die Antwort auf diese Frage ist gerade im Zeitalter der Globalisierung von prinzipieller Bedeutung, steckt sie doch die Grenzen nationaler Souveränität und internationaler Einflussnahme ab.

Wie muss eine Steuerpolitik in einer globalisierten Welt aussehen, in der Freizügigkeit für das Kapital besteht? Prinz Stefan von und zu Lichtenstein, Finanzsenator Sarazin, Prof. Kirchner und die Zuschauer meldeten sich zu Wort: Weiterlesen

IUF-Veranstaltung: Die Kraft des Wettbewerbs

Eine IUF-Veranstaltung im Deutschen Patentamt am 8. und 9. Mai 2008.

In einem globalen Wettbewerbsumfeld erfordert Erfolg angemessene Talente und Fähigkeiten. Was sind die Schlüsselfaktoren für den Erfolg von Menschen, Unternehmen sowie Nationen als Lebens- und Arbeitsumfeld ihrer Bewohner? Unternehmer, Politiker, Künstler und Sportler sehen sich mit unterschiedlichen Anforderungen für Erfolg in einem Wettbewerbsumfeld konfrontiert. Welche Strategien sind für jeden einzelnen notwendig, was macht die Unterschiede aus?

Vortragende des Abends:

  • Jose Pinera
  • Prof. Christian Watrin (Köln)
  • Prof. Pierre Garello (Aix) Taxpanel
  • Dr. Peter Jungen (Köln)
  • Prinz Michael von Liechtenstein (Vaduz) Bank / Financepanel
  • Richard Rahn (Washington DC)
  • John Fund (New York)
  • Dr. Hardy Bouillon (Univ. of Trier)
  • Prof. Charles B. Blankart (HU Berlin)
  • Prof. Dr. Lars Feld (Heidelberg)
  • Dr. Konrad Hummler (Switzerland)

Näheres auf der Webseite des IUF.

Das 1×1 des Libertarismus

Tibor R. Machan, Inhaber des R. C. Hoiles Lehrstuhls für Wirtschaftsethik an der Chapman University in Orange, Kalifornien, leitet vom 22. bis 25. Juli 2008 ein Einführungsseminar in den Libertarismus an der Philosophischen Fakultät der Universität Heidelberg.

Libertarismus, auch klassischer Liberalismus, basiert auf einem eng umrissenen Konzeption politischer Aufgaben und Tätigkeiten, ganz im Gegensatz zu Auffassungen eines starken Staats wie sie in Monarchien, dem Wohlfahrtsstaat sowie faschistischen und sozialistischen Staatsformen verkörpert sind. Diese zeichnen sich durch zentrale und strikt hierarchisch aufgebaute Entscheidungsstrukturen aus, deren Aufgabe die Suche nach kollektiven, für jedermann gültigen gesellschaftlichen Zielen und deren Umsetzung ist. Im Kontrast dazu gingen die Gründungsväter der USA in klassisch liberaler Tradition von einer dezentralen Staatsvision aus, die sich auf einige wenige prozedurale Prinzipien der gesellschaftlichen Rahmensetzung beschränkt. Den Idealvorstellungen einer zentralstaatlichen Ordnung wie Gesetzesordnung, Fairness, kulturelle Überlegenheit und Ähnlichem setzt der Libertarismus konsensuales kommunales Leben entgegen.

Das menschliche Individuum und sein Recht auf ein selbstbestimmtes Leben steht im Mittelpunkt eines libertären politischen Systems, indem die Regeln demokratischer Entscheidungsfindung zum Schutz des Individuums klar definiert und in ihrer Anwendung strikt limitiert sind.

In dem Seminar geht Tibor R. Machan auf diese Grundideen des Libertarismus umfassend ein, grenzt sie von anderen Gesellschaftsvorstellungen ab und entwickelt Implikationen für die reale Politik.

Das Anmeldeformular sowie Näheres zu der Veranstaltung, dem Referenten und seiner Arbeit finden Sie hier.