Prima Klima mit den Kinder-Cops?

Kinder sind seit jeher eine willkommene Hilfe für Interessengruppen mit totalitären Ambitionen. Sie sind begeisterungsfähig und mangels eigener Erfahrung, begrenztem Wissenshorizont sowie fehlender materieller Unabhängigkeit eher bereitwillig Autoritäten zu akzeptieren. Und so bleibt es nicht aus, dass Kinder immer wieder einzeln oder in Gruppen für die Durchsetzung politischer oder unternehmerischer Ziele instrumentalisiert werden, um in dieser Funktion die Zivilgesellschaft zu unterwandern. Nicht nur als spitzelnde Streifendienste der Hitlerjugend oder FDJ-Gruppen auf der Jagd nach Fernsehantennen für den Empfang von Westfernsehen (Aktion Ochsenkopf). Nein, nach den Vorstellungen einer Energiesparalternative der Firma npower sollen Kinder nun auch als Climate Cops in der eigenen Familie oder bei Freunden auf die Jagd nach Energie verschwendenden “Klimaverbrechern” gehen, wobei sie sich auf der eigens dafür in Netz gestellten Webseite das nötige Equipment für diesen “Dienst an der Sache” beschaffen können.

Diese und ähnliche Aktionen zeigen deutlich, dass der Umweltschutz als Ideologie zunehmend radikalisiert. wird. Statt nüchterner Überlegungen über die Relation von Kosten und Nutzen der Inanspruchnahme von Umweltgütern greifen die Trittbrettfahrer der Umweltpolitik zu immer radikaleren Lösungen, die keine Nuancen, sondern nur noch eindimensionale und drastische Lösungen kennten Dabei verschwimmen auch die begrifflichen Dimensionen. Papa wird zum Verbrecher, weil er den Fernseher im Standby betreibt oder sein Handy auf der Ladestation vergisst. Mama verspielt die Zukunft der Menschheit aufgrund einer zu langen oder zu heißen Dusche und weil sie darauf beharrt auch weiterhin den Wäschetrockner zu benutzen. Was als Straftat gilt oder nicht definiert nicht mehr das Strafgesetzbuch, sondern wie in diesem Fall der Energieversorger oder im Zweifel auch die Ortsgruppe des Umweltverbandes.

Abgesehen davon, dass die Spitzeldienste unserer Kinder herzlich wenig zur Reduzierung etwaiger Klimaprobleme oder anderer Umweltprobleme beitragen, läuft es einem kalt den Rücken herunter, wenn Interessengruppen versuchen Argumente und Anreize durch Stigmatisierung zu ersetzen, wenn Kinder genötigt werden die Interessen ihrer Familie zu Gunsten platter Heilslehren zu untergraben. Energieeffizienz kann und soll Kosten sparen, mehr nicht. Auf keinen Fall soll sie zum Religionsersatz werden und schon gar nicht zum Spielplatzersatz für gelangweilte Kinder.

Via Watts Up with That?

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Eine Antwort zu “Prima Klima mit den Kinder-Cops?

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