Tagesarchiv: Dienstag, 22 Januar, 2008

Fallende Skalenerträge

Auf innovativen Märkten führen technischer Fortschritt, Lernkurveneffekte und Massenproduktion in aller Regel zu steigenden Skalenerträgen, d.h. sinkenden Grenz- und Durchschnittskosten. Der Einsatz von Produktionsfaktoren steigt langsamer als die Produktionsmenge.

Anders kann es kommen, wenn sich die Politik einmischt. Ein Blick auf die Vergütungsstatistik des EEG zeigt, dass sich für die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energieträgern als Ganzes diese positiven Erwartungen sinkender Kosten nicht erfüllt haben. Zwar ist die eingespeiste Strommenge zwischen 2000 und 2007 um 380% gestiegen, doch haben sich aufgrund der kontinuierlich angestiegenen durchschnittlichen Vergütungssätze die Kosten des EEG inflationsbereinigt um 460% erhöht. Statt erwartungsgemäß billiger, wird der “Naturstrom” für deutsche Haushalte immer kostspieliger. Nun liegt das nicht etwa daran, dass die einzelnen Erzeugungstechniken immer teurer werden. Nein, hier konnte bislang durchaus Einiges erreicht werden, auch wenn steigende Rohstoffpreise etwa bei der Bioenergie Kostensenkungen zunehmend erschweren. Vielmehr werden immer neue, immer weniger wirtschaftliche Erzeugungstechniken in die Förderung einbezogen. Aus gesamtwirtschaftlicher Perspektive hat die “Erfolgsstory EEG” also eher eine enttäuschende Bilanz.